Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V.

Programm und Veranstaltungen des Vereines

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Bergwanderwoche mit dem Singtreff des Alpenvereins Weinheim


Berner Oberland vom 06.08.2016 bis 13.08.2016

Dem Alltag entfliehend brach eine Gruppe von neun Teilnehmern unter der kundigen Führung von Walter Hebling ins Berner Oberland auf. Das City Chalet in Interlaken am Aarekanal gelegen, zwischen Brienzer- und Thunersee war unser Domizil, von dem auf kurzen Wegen sowohl der Altstadtkern, aber auch das mondäne Interlaken mit den noblen Hotels zu erreichen war.

Nachdem die Zimmer bezogen waren, folgte bei einem Kaffee eine nette Begrüßungsansprache vom Walter Hebling, ehe wir zum Rundgang durch Interlaken aufbrachen. Die Damen der Tourist Information geizten nicht mit Tipps und Anregungen. So konnten wir die vielen Tandem-Gleitschirmflieger, die bis zum späten Abend durch die frische Bergluft vom Harder Kulm mitten in die Stadt segelten, bewundern. Auffallend waren die vielen arabischen (viele Frauen total verschleiert) und asiatischen Touristen, die Interlaken bevölkerten. Aus etlichen Gasthäusern roch es nach orientalischen Gerichten, die auch gut mit Gästen gefüllt waren.
Sonntag und Urlaub, ein gutes Gefühl!

Die Zahnradbahn zum Harder Kulm brachte die Gruppe sonntags auf 1322m. Es lockt eine Aussichtsplattform mit freier Sicht auf Interlaken, den Thuner- und Brienzersee sowie ein grandioser Blick ins Lauterbrunnental, auf die Berge um das Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau.
Dem Trubel entrinnend, das Ziel vor Augen zog es uns entlang dem Harder-Grat, in Richtung Augstmatthorn 2137m. Immer wieder gibt der Wald den Blick nach Süden zum Brienzersee und die schnee- und eisbedeckte Bergwelt frei. Beim Abstieg nach Niederried erfuhren wir ein intensives Knie- und Oberschenkeltraining. Mit der Bahn ging es zurück nach Interlaken.


Am Montag zog es uns nach Grindelwald. Von Grindelwald-Grund 943m ging es per Kabinenseilbahn zum Männlichen 2227m. Ein stetiger Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau begleitete uns bis zur Kleinen Scheidegg. Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein zum Alpiglen 1615m. Nach einer Rast fuhr uns die Bahn zurück nach Grund. Die Stimmung war sehr gut, der Tag klang sanft aus.

Bei leichtem Regen am Dienstag besuchten wir das Simmental mit den schönsten Bauernhäuser. Viele reich verzierte repräsentative Holzhäuser konnten wir bestaunen. In Erlenbach ist die Kirche, deren Wände reich mit Fresken ausgestattet sind, zu erwähnen. Über Zweisimmen ging es nach Thun, deren Innenstadt einen Querschnitt durch Jahrhunderte Schweizer Architektur erlebbar macht.

Zwischen Meiringen und Innertkirchen befindet sich die Aare-Schlucht, die am folgenden Tag des Wetters wegen besucht wurde. Der Weg führt entlang an tosenden Passagen mit tiefen Einschnitten, die den harten Stein durchziehen. Hier wird die Wasserkraft erlebbar! Ein weiteres Ziel an diesem Tag war die Broch-Hütte im Roselauital, die bereits im Jahr 1991 eine Woche lang Weinheimer AV-ler für Bergtouren beherbergte.


Geplant war für den Donnerstag das Jungfraujoch auf 3445m. Doch wegen der hohen Kosten (180.-SFr), der vorherigen Anmeldung 2 Tage vor der Fahrt und mit einem Ansturm von bis zu 6000 Touristen rechnend, gaben wir den Plan auf. Dafür ging es bei Sonnenschein und moderater Temperatur ins hintere Lauterbrunnental. Eine Gondel brachte uns zur Station Gimmelwald, wo die Tour begann. Zunächst ging es abwärts ins Sefinental, um auf der anderen Bergseite den Aufstieg von über 600 Höhenmeter zum Tanzbödli zu bewältigen. Über der Baumgrenze stockte uns fast der Atem von dem überwältigenden Anblick der Bergkette des Berner Oberlandes. Viele bekannte und unbekannte Gipfel, beginnend im Osten bei der Jungfrau über Gletscherhorn, Grosshorn, dem Lauterbrunner Breithorn, Tschingelhorn bis hinüber zum Blümlisalphorn. Eine großartige Kulisse die jedes Bergsteigerherz höher schlagen lässt. Am Berggasthaus Untersteinberg war dann eine verdiente Rast, ehe der Abstieg nach Stechelberg begann.

Die Abschlusstour führte zum Öchinensee . Von Kandersteg 1170m kann sowohl die Kabinenbahn als auch ein Wanderweg zum Öchinensee 1578m genommen werden. Da die Berge noch wolkenverhangen waren, wählten wir den Wanderweg um dann bei aufreißenden Wolken am See anzukommen. Eingebettet unter dem Blümlisalphorn, dem Frünten- und Doldenhorn liegt dieser See, der manchen Mutigen zum Schwimmen eingeladen hat. Entlang dem Ufer wanderten wir zur Hütte Unterbergli, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Anblick der Berge genossen.

Mit etwas Wehmut verlassen wir Interlaken um auf dem Heimweg einen Abstecher nach Bern zu machen. In der Innenstadt hielt der Wochenmarkt diverse Angebote bereit. Wohlgefüllte Auslagen der Geschäfte laden zum Shoppen ein. Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Abendessen teilweise mit Partnern in der Weinheimer Hausbrauerei.
Es war eine gelungene sehr gut geführte Woche! Die Gruppe bedankte sich herzlich bei Walter Hebling und geht in freudiger Erwartung auf die nächste Tour auseinander.

Bernd Dietrich



Steile Pfade und heiße Sole auf Ischia vom 05.04. bis 16.04.2016

Alpenverein 12 Tage am Golf von Neapel unterwegs

Neununddreißig Mitglieder und Freunde des Singtreffs machten sich Anfang April in den Süden Italiens auf, in der Nase den Duft von Zitronenblüten und im Ohr das Lied von den Caprifischern…
Die Busfahrt nach Frankfurt zum Flugplatz wurde von strömendem Regen begleitet, so fiel der Abschied umso leichter. In Neapel zeigte sich Italien von seiner nachtgrauen Seite. In später Stunde war das Übersetzen nach Ischia nicht mehr möglich, erst am nächsten Morgen nach kurzer Übernachtung unweit des Vesuvs. Bei schönstem Sonnenschein brachte uns die Fähre von Pozzuoli aus nach Ischia.
In geschichtlicher Zeit siedelten hier zuerst die Griechen und nannten ihre neue Heimat die Affeninsel. Entstanden sein sollte sie einst im Kampf „um Sein oder Nichtsein“ zwischen dem Ungeheuer Typhon und dem Olympier Zeus. Diesem gelang es in letzter Not, seinen Widersacher unter einem gewaltigen Felsbrocken zu begraben. Dieser Brocken ist eben heute die Insel Ischia (nach anderen Quellen der griechischen Göttersagen der Ätna), unter der Typhon immer noch begraben liegt. Seine Tränen treten als Thermalwasser und Dampf zu Tage, die uns heute zu Heilung und Genuss dienen.
Die Wirklichkeit sieht noch etwas ungemütlicher aus: Die Phlegräischen Felder stellen ein ganzes System plutonischer Aktivität dar auf einer Fläche von mehr als 150 Quadratkilometern und nehmen große Teile der Region am Golf von Neapel ein, damit standen wir auf einem der 20 Supervulkane der Erde. Vor nur achtzigtausend Jahren gab es einen gewaltigen Vulkanausbruch, mindestens 20 Kubikkilometer Tuff und Asche flogen damals in die Luft. Die nächste Zeit war von weiteren Ausbrüchen und einem Auf und Ab des Geländes geprägt, die zeitlich letzten Lavaflüsse fanden 1301 statt.


Wir dagegen machten es uns recht bequem in unserem schönen Hotel Le Querce eine Viertelstunde Fußweg entfernt vom Hafen des Hauptortes Ischia, mit Blick auf den Vesuv. Eine zweite Heimat fand so mancher unter uns im Schwimmbecken unserer Herberge mit seiner warmen Sole. Das mitteleuropäische Aprilwetter erreichte uns dann doch noch in Süditalien, somit herrschten gelegentlich frische Winde aus wechselnden Richtungen. Wie in der Vorsaison üblich, waren viele der Thermen mit ihrem ganzen Menü an Wässern in diversen unterschiedlichen Becken und Wärmestufen noch geschlossen und auch die kleinen Ausflugsschiffe in die Umgebung fuhren noch nicht. Für Abhilfe wurde trotzdem gesorgt.


Walter Hebling hatte die Reise wieder einmal gründlich vorbereitet, und daher war ein dichtes und abwechslungsreiches Programm geboten. Geführt wurden wir abwechselnd sehr kenntnisreich und in hervorragender deutscher Sprache von Brigitte, Giovanna und Cecilia.

Brigitte stellte uns gleich zu Anfang die schönsten Plätze rund um die Insel vor, hier hatten es uns besonders das idyllisch am Meer gelegene Sant‘ Angelo und das kleine Städtchen Forio angetan; tags darauf das Castello Aragonese bei Ischia Ponte, in alten und weiß Gott nicht immer heiteren Tagen Zuflucht und Wohnung in größten Nöten. Den bunten Kontrapunkt bildeten die Gärten der Lady Susana Walton mit ihrer subtropischen Blütenpracht, gleichsam eine genussvolle botanische Weltreise. Samstags fanden die Führungen von Brigitte ihren Abschluss mit dem Besuch des Archäologischen Museums, der Kirche Santa Restituta und des Giardino Ravino.


Mit Giovanna dagegen ging es mit insgesamt drei Tagesausflügen hinaus in den italienischen Frühling. Die Wege und Pfade führten uns durch viele Landschaften von Ischia: Wälder, Weinberge und Gärten, immer wieder an herrlichen Panoramen entlang. Einfach zauberhaft die Blumenwelt mit Teppichen von Alpenveilchen, Glöckchenlauch, Traubenhyazinthen, Aronstab und dazwischen immer wieder die verschiedensten Orchideen.
Zunächst erwanderten wir uns zusammen den Krater eines erloschenen Vulkanes (Fondo d' Oglio) mit immer noch dampfenden kleinen Erdschlünden, den Fumarolen. Die nächste Freilufttour ging ganz auf die Höhe des Monte Epomeo, der uns auf dem Weg nach unten noch ein paar mächtige Steinbrocken nachschmiss. Es polterte gewaltig und verfehlte uns knapp. Ein besonderes Vergnügen mit Giovanna war der Gang zu dem Weiler Piano Liguori hoch über der Steilküste inmitten von Gärten und Weinbergen, dort auch die Mittagsrast auf der Terrasse einer bäuerlichen Taverne.
Auch ein Tagesausflug nach Capri durfte nicht fehlen, hier führte uns Cecilia. Seit dem römischen Kaiser Tiberius verkehrt hier die große Welt und die Touristen kommen zahlreich neugierig zum Zuschauen, die Idylle hat dabei das Nachsehen.
Abgerundet wurden unsere schönen Tage mit einem Besuch der Poseidonthermen mit ihrem äußerst reichhaltigen Angebot. Wir alle haben uns mit und in der Gruppe, deren Mitglieder teilweise seit vielen Jahrzehnten miteinander verbunden sind, sehr wohl gefühlt und danken insbesondere Walter Hebling für die Organisation und für seinen nimmermüden Einsatz auch während der Reise.

Arrivederci Ischia!

Hans Schlabing



Singkreis 15.12.2015


Die weihnachtliche Feier des Singkreises im Dezember in der Hütte des DAV war in der Tat ein großartiges Finale: Drehorgelspiel, Glühwein, gemeinsames Singen, Gedichte und Geschichten, Dankesworte an den langjährigen Singkreisleiter Walter Hebling, dann gemeinsames Essen und viele, viele Gespräche miteinander.
Allen Anwesenden war klar, dass mit dem heutigen Abend nicht aufhören darf, was so lange gewachsen ist. Die Gemeinschaft der Singkreisler hat eine lange Tradition. Viele Freudschaften sind entstanden und beim gemeinsamen Singen kam immer Fröhlichkeit und Freude auf.
Nun wollen sich die Singkreisler als Singtreff jeden dritten Dienstag im Monat treffen. Das erste Treffen im neuen Jahr ist am 19. Januar um 18 Uhr angesetzt. Vielleicht findet sich noch ein neuer Singkreisleiter, vielleicht gibt es ein Zusammentreffen in einer neuen Form. Wir sind alle gespannt und erwartungsvoll.

In diesem Sinne Glückauf im neuen Jahr, Eure Hannelore






Eine Bilanz nach 35 Jahren Singkreis!

Sollte doch der Wunsch des damaligen 2. Vorsitzenden Dieter Bartels im Jahre 1979 auf einer Bergtour in Erfüllung gehen, einen Singkreis unter der Leitung von Walter Hebling zu gründen?

Eine kleine Gruppe, die sich in sehr unregelmäßigen Abständen traf, davon wusste man aber nichts, machte einen verborgenen Anfang. Gestartet unter Walter Hebling wurde im September 1980 mit 5 Sängern im damaligen Jugendraum der Uhland-Schule in der Bahnhofstr., wo es nur zu einem Glas Bier - ohne zu singen reichte. Entmutigt wurde ein neuer Ansatz für den Oktober geplant, der aber ebenso ohne Singen verlief. Doch, der September 1980 mit 7 Teilnehmern brachte die Wende. Gesungen aus dem „Bettelmusikant“ erklangen die ersten Lieder zur Gitarre. Der ungemütliche Raum wurde ab 1981 bis 1983 gegen Hennings-Wohnzimmer (damaliger 1. Vorsitzender unserer Sektion) getauscht. Die Beteiligung wuchs auf über 25 Teilnehmer an, so dass ab Januar 1984 ein Umzug ins alte Rathaus erfolgte, um dann im September 1986 in unserer Hütte mit ca. 30 Beteiligten, unsere endgültige Heimat zu finden. Mittlerweile haben wir uns ein eigenes Liederbuch geschaffen, ein Unikat, das vergeblich seines gleichen sucht und heute 240 Lieder aufweist. Der Schwerpunkt lag in alpenländischen Weisen, doch ist zu jeder Jahreszeit und zu vielen Anlässen ein entsprechendes Lied zu finden.

Ein Engagement im Sektionsleben stand außer Frage. So waren die ersten Auftritte bei den Winterfeiern im „Gasthaus zum Odenwald“ in Unterflockenbach, danach folgten das Gasthaus „Gorxheimer Tal“, der Gymnastikraum der Sulzbacher Schule und viele Jahre im Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim. Hier steht eine Bilanz von 32 Auftritten zu Buche. Auch zur Sonnwendfeier wurde über 30-mal gesungen, wobei die Organisation von 1990 bis zum Jahr 2007 mit Hilfe von Herbert Bönisch in den Händen von Walter Hebling und dem Singkreis lag. Weiterhin konnten wir in dieser Zeit 13-mal im Bodelschwingh-Heim vor einer immer größer werdenden Zuhörerschaft singen. Die Freude, die wir bringen konnten sah man an den leuchtenden Augen der älteren Personen, die sich aber auch auf uns übertragen hatte.
Auch war ein Wettsingen 1989 beim Sängerfest der MGF Eintracht Weinheim angesagt, wo wir den 3. Platz erreichten. Auf der Wachenburg war zum Empfang der Delegationen zum 100-jährigen Jubiläum unserer Sektion unser Singen erwünscht, ebenso waren wir beim Edelweißfest in Mannheim, konnten auf der Vernisage von Karl-Heinz Treiber in Ladenburg unsere Sangeskunst präsentieren, steuerten Weihnachtslieder zur Weihnachtsfeier der IKB bei. Zur Einweihung der Boulderhalle, 1-mal zum „Tag der offenen Tür“ und nun im Kino zur Eröffnung des Himalaja-Filmes.

Die Arbeitseinsätze auf unserem Gelände sollen erwähnt sein, wo es galt, unsere Arbeitskraft einzubringen beim Aufräumen des Geländes, dem Erstellen und Ausbau unserer Hütte, beim Bau vom Kletterturm, beim Bau von Büro und der Boulderhalle. Ohne diese Kräfte wären diese Vorhaben sicher nur halb so gut vorangekommen.

Im Jahr 1998 wurde Walter wegen seiner Verdienste mit dem Singkreis die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.
Nun sei noch ein Blick auf das zweite Standbein des Singkreises geworfen, die Touren.
Im Jahre 1984 durfte Walter mit seinem Singkreis die erste Tour übers Wochenende mit 29 Teilnehmer zur Mannheimer Hütte im Schwarzwald unternehmen. Danach folgten das Oppauer-Haus in der Pfalz und die Reifenberger-Hütte im Taunus mit 19 bzw. 22 Teilnehmern. Eine Tour in den Alpenbereich wurde zunächst trotz Walter`s Bergerfahrung, er war auf dem Montblanc, dem Matterhorn, der Dufourspitze usw., nicht erlaubt. Im Jahr 1986 war dann der Knoten mit der Fritz-Putz-Hütte bei Füssen geplatzt, wo sich 22 Teilnehmer meldeten. Nun ging es steil aufwärts. Touren, vornehmlich in Selbstversorgerhäuser, damit es preislich machbar war und auch die Gemeinschaft förderte, folgten im Allgäu, Bayern, Österreich und der Schweiz. Gut in Erinnerung sind bei den Beteiligten das Sonnenheim im Montafon, wo wir unter anderen den Piz Buin bestiegen, die Eggberge in der Schweiz am Urisee oder den Rigi am Vierwaldstätter See. La Punt, mittlerweile unsere zweite Heimat geworden, war zunächst im Sommer mit seinen hohen Gipfeln wie Piz Morteratsch, Piz Kesch, Piz Lanquard usw. unser Ziel. Im Winter waren alle Formen des Skifahrens gefragt, und der „Goldene Herbst“ brachte bei täglichen Touren tiefe Einblicke in Natur und Landschaft. Das Chalet am See in Grächen/Wallis war ein weiteres Domizil unserer Selbstversorgerhäuser. Nach Übungstouren mit Seil und Pickel auf dem Bordiergletscher stand das Allalinhorn im Mittelpunkt. Viele Touren in Saas Fee und in Zermatt konnten gemacht werden.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Singkreises stand das erste Großereignis mit der Insel La Palma für 2 Wochen an. Mit 61 Teilnehmer glaubte man, die höchste Teilnehmerzahl erreicht zu haben, doch diese Zahl wurde im Jahr 2002 mit 73 Teilnehmern auf Kreta, auch für 2 Wochen, noch getoppt.
Im Jahr 2005 waren es 66 Teilnehmer, die sich Walter auf Teneriffa anvertraut haben. Die 80ste Tour brachte die Singkreisler auf die Insel Korfu. Auf all diesen Touren waren täglich mehrere Touren unterschiedlicher Größe und Länge angesagt, so dass es nie an Bewegung mangelte.
Weniger Bewegung war bei der Donau-Schifffahrt, die zum 30-jährigen Jubiläum mit 38 Teilnehmern stattfand. In den letzten Jahren kamen, dem Alter entsprechend, geführte Touren wie Sizilien-Rundreise, Andalusien, Toskana, Gardasee, oder auch nochmals nach Marokko zustande.

Mit kleineren Gruppen waren Touren in der Brenta, dem Rosengarten, den Sextener Dolomiten, dem Lechquellgebiet, der Texelgruppe, der Geisler und Puez-Gruppe, dem Prättigau und dem Wallis das Ziel.


Auch Fernwanderwege wie: Meraner Höhenweg, Karnischer Höhenweg, König Ludwig- und Prälatenweg im Allgäu bzw. Bayern als auch der Rheinsteig in mehreren Etappen, der Altmühltal- und Mosel-Höhenweg sind zu erwähnen. Ganz besonders interessant ist bei den Weitwanderwegen die „Via Alta Bavaria“ in mehreren Etappen über die Alpen von Lenggries übers Karwendel, Wettersteingebirge nach Garmisch, weiter über den Kramer ins Ammergebirge, und dann von Füssen übers Tannheimertal und Allgäu nach Oberstdorf.

Ein einmaliger Höhepunkt für unsere Sektion war die Organisation und Ausführung der Sektionsfahrt zum 100 jährigen Jubiläum an den Ledrosee im Trentino von Walter. Mit einem Groß-, Kleinbus und wenigen PKW`s waren 62 Teilnehmer vor Ort um alle alpinistische Aktivitäten wahrzunehmen. Bedingt durch die idealen Vorgaben an Kletterrouten, den vielen Klettersteigen, dem Hochgebirgs-, Wander- und Radparadis, aber auch bei großartiger Kultur war für jeden Teilnehmer in einem hervorragenden Hotel alle Möglichkeiten gegeben. Diese Sektionstour war unserem Jubiläum würdig!

Zum Schluss seien noch die 6 Radtouren erwähnt, die mit durchschnittlich 22 Teilnehmern an die Ost- und Nordsee, an der Weser entlang und ins Salzkammergut führten.

So kamen bei insgesamt 116 Touren, die Walter organisierte und leitete, 3059 Teilnehmer in den Genuss: Berge, Land und Leute in einer intakten Gemeinschaft zu erleben.

35 Jahre des Singkreises

Da wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, ...

Lieber Walter!

„ Eine Liebeserklärung an die Berge und die Musik gleichermaßen - das ist die Grundidee des 1980 gegründeten Singkreises in unserer Sektion“ -
- das war die Visitenkarte des Sinkreises.

Und jetzt nach 35 Jahren …
Wir danken Dir für die 35 Jahre,
die Du uns, dem Singkreis, gewidmet hast:
für die Lieder und Musik,
für die Touren, Freizeiten und Fernreisen,
für die Organisation, Bemühungen,
für die Durchführung und Motivation,
für Dein Lächeln und unsere Gemeinschaft …

Liebe Gisela!

Man sagt: ein starker Mann braucht eine starke Frau, die ihn unterstützt.
Unser Dank für die 35 Jahre des Singkreises gilt auch Dir:

Wir danken Dir, dass Du für Walter und vor allem für uns da warst,
für die Gestaltung unserer Abende,
für die Organisation von unseren Freizeiten
und für Dein Lächeln und für unsere Gemeinschaft.



Mallorca Tour 2015

Auf dem GR 221 durch das Tramuntana-Gebirge

Zum letzten Mal in diesem Jahr machten sich sieben Bergwanderer vom Weinheimer Alpenverein auf den Weg. Diesmal wurde Mallorca angesteuert, sechs Etappen des bekannten Weitwanderweges waren geplant.

Start war in Estellencs; auf Grund einer Wegsperrung fuhr die Gruppe bis Banyalbufar mit dem Linienbus, ein bemerkenswerter Ort hoch oben über dem Meer, bekannt durch großzügig angelegte Terrassen und mit einem herrlichen Ausblick. Hier fand man schnell den Einstieg zum GR 221, der Wanderroute, die vom Südwesten zum Nordosten durch das Tramuntana-Gebirge führt. Ab hier ist der Weg gut ausgeschildert und es gibt keine Sperren mehr. Bis zur nächsten Übernachtung verlief er über einen noch mäßigen An- und einen langen Abstieg bis Esporles.

Die erste Herausforderung war am nächsten Tag der Weg nach Valdemossa über den Coll de sa Basseta und den Coll de Sant Jordi. Die Höhe von sa Comuna verlangte allen einiges ab, bis ein alpiner Abstieg und noch lange Wege durch Steineichenwälder die Gruppe ans Ziel brachte.
Zwischendurch gab es spektakuläre Ausblicke auf das Meer und in tiefe Schluchten. Steinmännchen wiesen den Weg bis in den durch Chopin und George Sand bekannten Ort, der voller Touristen war und der natürlich besichtigt wurde. Für die Strecke bis Deia in das Refugi Can Boi wurde der Bus genommen.
Auch Deia, eines der schönsten Dörfer Mallorcas, bot noch einen Höhepunkt. Die kleine Bucht unterhalb des Dorfes gibt einen wunderbaren Eindruck von Ursprünglichkeit. Ein uriges Lokal duckt sich unter einen Felsvorsprung, es duftet nach mallorquinischen Gerichten, man sitzt im Freien über dem Meer.

Die Etappe des nächsten Tages war weniger weit, landschaftlich aber wieder wunderschön.
Unterwegs überraschte eine kleine Bäckerei am Wegesrand, so dass der Restweg zum Refugi Muleta hoch über Port Soller gut zu schaffen war. Der Nachmittag bot Zeit für Besichtigungen von Port Soller und Soller, das mit der bekannten Straßenbahn erreicht wurde. Besonders die Kathedrale war sehenswert.

Die folgende Etappe bis zum Refugi Tossals Verds, der ältesten Berghütte, begann in Biniaraix auf einem restaurierten Pflasterweg durch die Schlucht von Es Barranc zum Coll de l'Ofre. Es galt, mehr als 800 Höhenmeter zu bewältigen, als Entschädigung war der Ausblick auf den Cuber-Stausee bei wunderbarem Sonnenschein. Der Abstieg zum See und weiter an einem eingefassten Wasserlauf entlang war erholsam und ging dann wieder aufwärts durch Steineichenwälder und über steinige Pfade bis zur einsam gelegen Hütte.

Am vorletzten Wandertag galt es wieder aufzusteigen bis zur Weggabelung in Richtung Kloster Lluc zum Refugi Son Amer. Zunächst ging es über den höchsten Inselpass, den Col des Prat, auf dem restaurierte Schneegruben zu finden sind. Der Abstieg geht über den gepflasterten Cami de ses Voltes des Galileu zum Kloster Lluc.

Der letzte Teil des Wanderweges, ein fast gemütlicher Abstieg, verläuft auf einem alten Pilgerweg in die Ebene von Pollenca hinab. Erste Regentropfen erreichten uns, aber das Wetter hielt, bis am Nachmittag noch die Stadt mit ihrer alten Römerbrücke, dem Calvarienberg und einer wunderschönen großen Kirche besichtigt werden konnte.

Am Abflugtag gab es noch einen Abstecher in den kleinen Ort Sineu im Herzen der Insel, um den wöchentlichen Mittwochsmarkt, der seit über 700 Jahren besteht, zu besuchen, ehe es per Bahn und Bus zurück an den Flughafen ging.
Es war eine sehr schöne Wanderwoche bei perfektem Wetter, in grandioser Landschaft und in harmonischer Gemeinschaft, es hat uns gefallen!

Heidi Schmitt



Karwendel 2015


Auf Merkels und Obamas Spuren vom 05.09.2015 bis 12.09.2015

Zehn Mitglieder des Weinheimer Alpenvereins unter der bewährten Leitung von Walter Hebling machten sich wieder auf den Weg, die Berge im Karwendel und Wetterstein zu besteigen. Standort für die Gruppe war eine nette Pension in Mittenwald, ein schöner Ort, zentral gelegen auf 920m Höhe mit wunderbaren Lüftlmalereien an den Häusern und einem Geigenbaumuseum. Der Geigen- und Zupfinstrumentenbau kann auf eine 300-jährige Tradition zurück blicken; an den Gründer Matthias Klotz erinnert ein Denkmal neben der Pfarrkirche.

Die Eingehtour am ersten Wandertag verlief in hügeligem Gelände, an Schmalensee und Barmsee entlang, leichter Regen begleitete die Wanderer. Eine Besonderheit in dieser Region sind die Buckelwiesen, einstmals entstanden durch Steinanhäufungen, vom Gras überwachsen und nur noch teilweise erhalten.

Der nächste Tag blieb trocken, die Tour führte an Lauter- und Ferchensee vorbei zum Kranzberg auf 1391m, von wo aus man einen herrlichen Rundblick ins Karwendel-, Wetterstein- und Estergebirge sowie ins Isartal hat. Die höchsten Gipfel waren bereits weiß gepudert. Der Rückweg führte über Elmau mit seinem berühmten Schloss, in dem der letzte G7-Gipfel stattgefunden hatte.


Der nächste Tag führte die Gruppe auf den Schachen, Standort des Jagdhauses von König Ludwig II (1866m), das besichtigt werden kann. Von der prächtigen Ausstattung des Raumes im Obergeschoss ist man völlig überrascht, nach türkischem Vorbild reich bestückt mit einem opulenten Springbrunnen, umlaufenden Polstern, dicken Teppichen, vergoldeten Figuren und schweren Vorhängen aus Brokat und Seide. Ein Rundumblick von der Zugspitze über Garmisch bis ins Karwendel war eine weitere Zugabe. Auch ein Alpengarten in der Nähe des Hauses ist sehenswert.

Ein weiteres Ziel war die Leutaschklamm, ein besonderes Naturschauspiel, gut auf Metallstiegen zu durchlaufen und besonders für Kinder anregend und informativ gestaltet. Eine entspannte Wanderung ins Leutaschtal hinein und auf dem Rückweg der Blick auf einen sogenannten Gletscherschliff, erst vor einigen Jahren entdeckt, rundete diesen Tag ab.


Am Walchensee begann die Tour zum Jochberg, die steil bergauf zum Gipfel auf 1565m führte. Am Gipfelkreuz belohnten ein Handschlag und eine wunderbare Aussicht auf die Spitzen der umliegenden Berge, die aus einer im Norden liegenden Nebeldecke herausragten. Der Kochelsee mit dem gesamten Voralpenland blieb uns verborgen. Doch der Blick über den Walchensee zum Karwendelgebirge entschädigte den fast 800 m Aufstieg.

Am letzten Tag spielte uns das Wetter einen Streich, es regnete, und so wurde der Plan, die Hochlandhütte und weiter den Predigtstuhl (1920m) zu ersteigen geändert. Garmisch-Partenkirchen und der Eibsee waren das Ziel. Die Umrundung des Sees mit den immer wieder schönen Ausblicken auf die Zugspitze bei inzwischen besserem Wetter gefiel allen auch sehr gut, und bis zum Parkplatz bei Hammersbach war es doch weit!

Der Abschied am nächsten Morgen fiel etwas schwer, hätte man doch noch so manche tolle Wanderung in dieser wundervollen Region unternehmen können.

Ein herzliches Dankeschön geht an Walter Hebling für die Planung und Vorbereitung dieser schönen Woche.

Heidi Schmitt

Mosel Tour 2015


Auf dem Moselhöhenweg vom 30.05.2015 bis 06.06.2015

Eine beeindruckende Landschaft mit steilen bewaldeten Hänge, die Weinberge, die malerischen Städtchen mit ihren alten Winzerhöfen, prächtigen Kirchen und romantischen Burgen und Burgruinen und natürlich der Fluss mit seinen zahllosen Windungen, aber auch ein gutes Wanderwetter und eine exzellente Hotelunterkunft waren die Attribute, die eine 28-köpfige Wandergruppe des Alpenvereins Sektion Weinheim erlebten.
Per Zug fuhr die Gruppe über Frankfurt, am Rhein entlang nach Koblenz, weiter moselaufwärts nach Cochem und von dort mit dem Bus in das Weinörtchen Bremm am Calmont, wo die steilsten Weinberge Europas liegen und die engste Moselschleife zu bewundern ist.
Durch die gute Infrastruktur an der Mosel konnten per Zug und Bus die einzelnen Etappen gut erreicht und wieder beendet werden.


Von Pommern aus starteten wir am 3. Tag. An der Mosel entlang in den wunderschönen Ort Klotten, um dann oberhalb der Weinberge mit immer wieder schönen Aussichtspunkten ins Moseltal nach Cochem zu wandern, wo oben auf dem Pinnerkreuz die Teilnehmer entscheiden konnten, ob sie über die Weinberge absteigen, oder eine Fahrt mit dem Sessellift bevorzugen wollten.

Bei der nächsten Tagestour wurde von Ebernach aus über bewaldete Höhen und weiten Weinberganlagen nach Ellenz gewandert. Danach per Fähre in den Dornröschenort Beilstein übergesetzt. Über die Treppe zum ehemaligen Karmeliterkloster St. Joseph, die auch als Himmelsleiter bekannt ist, ging es dann von der Burgruine Metternich aus auf die nächste Anhöhe um auf dem Literatenweg nach Sensheim abzusteigen und weiter über die Moselbrücke nach Nehren zu kommen. Mit dem Bus wurde die letzte Etappe zum Hotel angesteuert.

Am folgenden Tag wanderte die Gruppe auf dem Mosel-Erlebnis-Weg, der in südlicher Richtung links und rechts der Mosel verläuft. An Weinbergen entlang wurde zuerst der wunderschöne mit vielen Fachwerkhäusern geschmückte Ort Sankt Aldegund erreicht, wo die Gruppe ganz besonders ein Haus eines Malermeisters mit Sinnsprüchen auf der Fassade beeindruckte. Weiter ging es nach Alf, wo mit einem kleinen Schiff nach Bullay übergesetzt wurde. Zurück verläuft der Weg auf der rechten Moselseite.


Am letzten Tag fuhren wir mit der Bahn nach Reil, um von dort aus nach Traben-Trarbach zu wandern, wo über die ehemalige Festung Mont Royal in die beeindruckende Stadt mit ihren Jugendstilhäusern, dem barocken Haus Böcking mit dem Mittelmoselmuseum und dem mächtigen kaiserlichen Postamt abgestiegen wurde. Der Endpunkt der Etappe wurde in der Alten Zunftscheune begossen.

Samstags ging es umweltschonend wieder nach Weinheim.

Mit einem herzlichen Dank an Walter Hebling, der diese erlebnisreiche Woche ausgesucht, organisiert und geleitet hatte ging diese Wanderwoche zu Ende, in der alle Teilnehmer diese Moselregion ins Herz geschlossen haben.

Marokko Tour 2015

Saharadünen statt Hochgebirge 14.04.2015 bis 29.04.2015

Nach Marokko zu reisen heißt, in eine andere Welt einzutauchen, die voller Gegensätze und Schönheiten ist; den Maghreb. Die Landschaften, gerade im Frühjahr, sind durch frisches Grün in den Tälern und durch rot-braunes, schroffes und karges Felsgestein gekennzeichnet. In den großen Städten mischt sich neues mit altem, in den Souks herrscht lebhaftes Treiben, im Süden faszinieren die Kasbas, die Wüsten und Oasen.  

Am 14. April starteten zweiundzwanzig Reisende mit dem Bus zum Flughafen Basel, um dann am späten Abend den Flug nach Casablanca anzutreten. Der Singkreis des Weinheimer Alpenvereins hatte wieder unter Walter Hebling die Vorarbeit geleistet, die Organisation vor Ort aber einem Reiseveranstalter überlassen.

Casablanca ist das blühende wirtschaftliche Zentrum Marokkos; der noch unter französischem Protektorat gebaute Hafen ist Umschlagplatz für Bodenschätze, Agrarprodukte und Industrieerzeugnisse. Auch Rick's Café sucht man nicht vergeblich, es handelt sich aber um einen Nachbau, der bekannte Film wurde nicht hier gedreht. Ein größerer Anziehungspunkt, wenngleich noch wesentlich jünger, ist die Moschee Hassan II. Sie ist eine der Moscheen in Marokko, die auch von Andersgläubigen besucht werden kann. Nach einer Stadtrundfahrt geht es auf die Autobahn, um gegen Abend unser schönes Hotel Tichka Salam in der Neustadt von Marrakesch zu erreichen, wo wir zwei Nächte verbringen. Ab jetzt endet für uns die Nacht fast regelmäßig mit dem Weckruf des Muezzins, nur im Wüstencamp wird dieser ausbleiben.

Ein ganzer Tag für die Stadt. Der Hohe Atlas ist noch schneebedeckt und grüßt über Wolken und Dunst in die Stadt hinein, sein Wasser spendet Leben für große Teile des Landes, besonders für Marrakesch. Zur Einstimmung besuchen wir den Jardin Majorelle, den sich in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts ein französischer Maler einrichten ließ. Ein wahres Paradies aus allen möglichen Gewächsen und Blumen ist hier gelungen, allen voran die vielfarbigen Bougainvillean, die vielen staunenden Besucher schweben geradezu hindurch. - Und weiter geht es den ganzen Tag mit einem Höhepunkt nach dem anderen: nur von außen die altehrwürdige Koutuobia-Moschee, jüdisches Viertel, El Badia Palast, der große Platz Djemaa el Fna, die Saadiergräber sind nur einige davon; dazwischen noch ein Mittagessen auf einer Dachterasse - und immer wieder durch Straßen und Gassen bis in die Souks hinein. Ein großes aller Wunder sind die Souks, wo sich das Gewimmel verdichtet, die Waren haben alle Farben, Formen, Zwecke, Muster, Gerüche und Düfte, beim Kaufen ist Handeln Pflicht. Am Abend schafften es einige noch auf den Platz Djemaa el zu den Garküchen, Gauklern und Schlangenbeschwörern.

Die Reise über den hohen Atlas war am nächsten Tag angesagt. Zunächst nochmals durch Marrakesch. Palmenhaine, Parks, Golfplätze (die Stadt hat 15 davon), Oliven- und Obsthaine ziehen am Bus vorbei, gehen in Wiesen und Äcker über, aus allem leuchten die bunten Blumen hervor. Bald ist das Gebirge erreicht, wo das Grün des Frühlings schließlich in den Tälern hängen bleibt, um sich weiter oben ins Dunklere der Nadelwälder zu verwandeln, darüber Stein- und Felsgelände. Wo die Aussicht besonders schön ist, wird eine Teepause oder ein Photostopp gemacht. Der Pass Tizi N'Tichka ist mit 2260 Metern der höchste Punkt. Die Hammada (Steinwüste) beginnt dann bald, denn wir sind auf der trockenen Seite des Atlas eingetroffen. Vom Gebirge kommen aber doch viele Flüsse herunter, mit deren Wasser sehr sorgsam gewirtschaftet wird. Unsere Straße geht an den dicht besiedelten Flussoasen entlang und führt uns zur alten Siedlung Ait ben Haddou, die wir eingehend besichtigen. Unser Tagesziel heißt Ouarzazate, ohne Übertreibung das Hollywood Afrikas, auch viele europäische Filme wurden hier gedreht. Wir lassen die weiträumigen Studiobauten links liegen und landen in unserem kleinen, schönen Hotel, einem Riad (Paradies).

Ein ausführlicher Besuch der Kasbah Taourirt, entspricht dem alten Ouarzazate. Dem Ort ist es nicht auf den ersten Blick anzusehen, aber hier liegt ein Schlüssel zum Verständnis der jüngeren Geschichte Marokkos, denn der auch hier residierende Herrscher El Glaoui paktierte mit der Besatzungsmacht der Franzosen gegen die Mehrheit der Marokkaner und das Königshaus, der König wurde ins Exil verbannt. In der Folge erzwang das Volk Marokkos die Rückkehr des Königs und konnte sich von der Fremdherrschaft befreien, wobei die territoriale und die politische Einheit Marokkos erhalten blieb.

Heute bekommen die Füße etwas mehr zu tun auf einer kleinen Wanderung durch die Flussoase des Todra, jeder Fußbreit Boden wird für den Anbau genutzt, wir genießen frische Luft und Grün im Schatten der Palmen, danach noch ein kleiner Abstecher zur spektakulären Todraschlucht. Danach steuert der Bus Merzouga an, wo das Hotel Tombouctou am Rande der Sandwüste liegt. Im Erg Chebbi liegt die größte Sanddüne Marokkos, diese wurde am Vormittag erwandert, ehe es am Nachmittag per Kamelritt ins Wüstencamp ging. Der Abend ging mit einem delikaten Abendessen, Trommelmusik und Tanz zu Ende.

Dienstags kehrten wir wieder in die Zivilisation zurück. Nach kurzem Frischmachen und dem Frühstück im Hotel fuhren wir nach Rissani zum Mausoleum der frühen Alaouiten. Dieses genießt besonderen Respekt, denn das Herrscherhaus der Alaouiten regiert Marokko seit 1666 bis heute. Anschließend geht es wieder in die Souks; sehenswert ist besonders der Viehmarkt. Der Weg nach Zagora, unserem Tagesziel, ist recht weit und führt durch eine kahle Gebirgslandschaft mit vielen geschichteten Sedimenten, zwischen den Bergrücken liegen weite Verebnungen mit savannenartigem Bewuchs, kennzeichnend sind hier Schirmakazien. Endlich kommen wir im Tal des Draa an, der größten Flussoase Marokkos und machen Quartier in Zagora.

Auf der Weiterfahrt nach Taroudannt war uns zunächst eine Wanderung in der Flussoase des Draa gegönnt. Mit dem Jbel Siruoa durchfahren wir dann ein 23 Millionen Jahre altes Vulkangebiet. Wir erfahren heute vieles über die Bodenschätze Marokkos, den Anbau von Safran (der im Herbst blüht) und Arganfrüchten und deren Verwertung. Wer darüber hinaus Fossilien und Mineralien liebt, kann hier aus dem Vollen schöpfen. Unterwegs Besuch einer Kooperative; Anbau, Produktion und Verkauf von Argan und dessen Produkten obliegt fast ausschließlich den zahlreichen Frauenkooperativen. Arganöl ist gesund und wohlschmeckend, für andere Arganerzeugnisse bietet das Äußere des menschlichen Körpers vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. In Agadir stand ein erfrischender Strandspaziergang an, ebenfalls am Strand in Essaouira vor unserem Hotel.

 

Am nächsten Morgen schließt sich die Besichtigung Essaouiras an mit Fischereihafen, über die alten portugiesischen Befestigungsanlagen und die Souks, wo wunderbare Arbeiten aus Zypressenholz angeboten werden. Weiter nach Safi, der Töpferstadt, auch hier eingehende Besichtigung der Werkstätten, in Oualida, einem kleineren, aber schon mondänen Badeort, Spaziergang an der Lagune und am Strand. Schließlich zur letzten Übernachtung ins Hotel Art Suites in El Jadida, das einen schönen Rahmen und ein gutes Büffet für unseren Abschlussabend bietet. Von Mustapha, Walter und Beate gab es noch jeweils wohlgeratene Abschlussworte.

Am Abschlusstag besichtigen wir noch in El Jadida die alte portugiesische Zisterne und den Souk. Im Vergleich zur Hinreise ist der Weg zurück kurz und schmerzlos, die Heimat empfängt uns mit kühlen Regenschauern. Die Begegnungen untereinander in der Gruppe und mit Marokko und seinen Menschen waren interessant und wohltuend, wir bedanken uns.

Hans Schlabing, 02.05.2015

Rosengarten und Latemar 2014


Im Reich von König Laurin vom 30.08.2014 bis 06.09.2014

Erneut machten sich 8 Personen des Weinheimer Alpenvereins im Kleinbus auf den Weg nach Südtirol. In Obereggen wurde im freundlichen, familiär geführten Albergo Specker Quartier bezogen, das unmittelbar an den Seilbahnstationen zum Latemar liegt. Die sorgfältig vorbereiteten Touren von Walter Hebling führten uns durch die herrliche Bergwelt der Dolomiten, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte.


Der erste Höhepunkt war eine Wanderung vom Haus aus zum Labyrinthsteig, ein wunderbarer Weg durch aufgehäufte Fels- und Steinformationen. Weiter ging es zum mystisch anmutenden Karersee, der mit seinen verschiedenen türkis-blauen Schattierungen zwischen dem dichten Fichtenwald hervorblitzt und in dem sich bei Sonnenschein das Latemar spiegelt.
Per Auto erreichte die Gruppe am Folgetag den Wallfahrtsort „Maria Weißenstein“ auf 1520 Höhenmeter mit Kloster und reich ausgestatteter Kirche. Hier begann die Wanderung, die zunächst in die Bletterbach-Schlucht führen sollte, ein tiefer Einschnitt unterhalb des Weißhorns mit sicherlich interessanten Einblicken in die verschiedenen Gesteinsschichten und einem Info-Zentrum. Auf dem Weg erfuhren wir, dass der untere Abschnitt wegen Murenabgangs in der vergangenen Nacht gesperrt wurde. Der oberen Teil der Schlucht war frei und konnte durchquert werden. So begann der Aufstieg auf das Weißhorn zwar bei Sonnenschein, aber frischem Wind. Zum Schluss, an der Abbruchkante der Schlucht entlang, bis das Gipfelkreuz in 2.313m Höhe erklommen war. Die zentrale Lage des Berges macht es möglich, eine Rundumsicht bei herrlichem Sonnenschein zu genießen. Mit dem direkten Blick in das Etschtal, weiter zur Brenta, dem Ortler, den Zentralalpen und den Dolomiten wurde die Gruppe belohnt. Nach kurzer Rast hinter schützenden Felsen ging es an der gegenüberliegenden Kante mit leichter Kletterei abwärts zurück zum Auto.


Am kommenden Tag war der südliche Teil des Rosengarten-Gebirges unser Ziel; die Rotwandumrundung. Vom Parkplatz am Karerpass war der Aufstieg, zur Rotwandhütte. Hier fanden sich zahlreiche Wanderer ein, die zumeist über den Paolina-Lift hinauf kamen. Auf dem Weg zur Vaiolonscharte blieben dann die Massen zurück. Auf steilen und schmalen Wegen im Auf- und Abstieg wurde auf der Vorderseite der Rotwand der Hirzlweg erreicht, der weiter zur Paolinahütte auf 850 Höhenmeter führt. Dort fanden sich alle Teilnehmer wieder zusammen, da sich einige für eine leichtere Variante entschieden hatten und noch das Denkmal des Dr. Theodor Christomannos ansahen, dem Pionier des Südtiroler Fremdenverkehrs.
Der Mittwoch war der Kultur gewidmet. Erste Station war die kleine Kirche St. Helena in Deutschnofen, malerisch am Regglberg gelegen. Ein echtes Kleinod in romanischer Bauform, reich ausgestattet mit gut erhaltenen Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Die Städte Auer, Neumarkt links der Etsch, Tramin und Kaltern und ein kurzer Halt am Kalterer See gegenüber, waren die Anlaufpunkte dieses Tages, wobei jeder selbst auf Entdeckungstour ging und interessante Eindrücke sammeln konnte.
Der vorletzte Wandertag bescherte erstmal Regen, so dass die Begehung des Santner-Klettersteigs, der von der Rosengartenhütte zum Rosengarten bestiegen wird, gestrichen werden musste. Stattdessen ging es vom Parkplatz am Niga-Pass auf angenehmen Wegen zur Harnicker-Schwaige, von wo aus die
unmittelbar darüberstehenden Vajolettürme bewundert werden konnten. Zum Abschied gab‘s einen Gratis-Kräuterschnaps.

Auch der letzte Tag bescherte feuchte Wege, so dass nach der Seilbahnauffahrt von Obereggen nur unterhalb der steilen Latemaraufschwünge gewandert werden konnte. Über die Feudo-Hütte und im Bogen durch Wald und über Wiesen ging es nach Obereggen zurück. Unser Wirt hatte Kaffee und herrliche Himbeertorte als Entschädigung des trüben Wetters für uns bereit.

Eine tolle Wanderwoche in dieser beeindruckenden Landschaft! Dem Organisator galt unser aller Lob und Dank.

Heidi Schmitt

Meraner Höhenweg 2014


Einmal um die Texelgruppe vom 31.07.2014 bis 06.08.2014

Ende Juli brachen sieben Bergsteiger mit einem Kleinbus in Weinheim auf, um nach Partschins im Vinschgau die Bergtour in der Texelgruppe zu beginnen. Ab jetzt ging uns für die Dauer der Tour kein "Sie" mehr über die Lippen, zumal diese Höflichkeitsform auch im Vinschgau abseits der größeren Siedlungen weitgehend unbekannt scheint. Zu uns Fünfen, die sich schon von einigen Reisen und Wanderungen kannten, waren noch zwei Neue gekommen, die prima in die Gruppe paßten. Walter Hebling hatte wieder einmal alles organisiert.


Auf dem Parkplatz "Birkenwald" unweit des Partschiner Wasserfalls wurde geparkt, danach gings mit Rucksack dem Wegweiser entlang, vorbei an den stürzenden Wassermassen zum Berggasthof Giggelberg, wo nach vielen Schweißtropfen das ersten Übernachtungsquartier lockte. Hier bezogen wir die Schlafkammern und bald winkte ein köstliches Abendessen mit entsprechenden Getränken, noch bereichert um den Blick auf das Panorama der Rosengartengruppe. Auch an den folgenden Tagen waren wir mit Speis und Trank immer aufs Höchste zufrieden und konnten fast jedesmal rechtzeitig vor einem Regenguß eine Rast in einer Gaststätte am Weg einlegen.

Der erste richtige Wandertag führte uns mit dem Blick ins abfallende Etschtal hinein nach Süden auf die Höhen über Meran zu, hier wie so oft auch später auf schmalen Pfaden mit Wurzeln, Treppen und Steinen, immer wieder bereichert durch gut gefüllte talstürzende Wasserläufe und einen Aussichtsbalkon ins Tal hinaus. Die erste beschauliche Rast war an der neuerbauten Nassereith-Hütte im Grünen. Nach guter Wanderung über viele Kilometer, vorbei an der Tablander-Alm, dem Hochganghaus, entkamen wir einem Gewitter und erreichten rechtzeitig das Nachtquartier, den Thalbauerhof hoch über dem Dorf Tirol und der Stadt Meran.


Am nächsten Morgen war das Gewitter statt in der Luft dann in den Waden (laut Wanderplan "ein fast gemütlicher Tag"), aber tapfer schritten wir mit faszinierenden Blicken nach Meran weiter in das Tal der Passer nach Norden zum kleinen und heimeligen Valtelehof zur Übernachtung. Bei Tisch trafen wir einen studierten Südtiroler, der im Dienste des Weinbaues und einer großen Chemiefirma lange Jahre die Welt bereist hatte und uns in seiner Klugheit sogar ausführlich belehren konnte, wie es in Weinheim so zugeht. Uns waren die zu Hause gebliebenen Südtiroler dann doch lieber, immer freundlich, offen und zu einem kleinen Gespräch bereit.

Der Sonntag brachte uns dann wieder mehr nach Westen, hier macht das Passertal eine scharfe Kurve. Die Rast war diesmal bei einem kleinen, alten Bauernhof in einem wirklichen Paradies von Nutztieren aller Arten und Blumen aller Farben vom Brunnen bis zur Dachrinne und noch in die Speisen hinein (also nur die Blüten!). Unsere Stimmung hielt sich dann irgendwo zwischen Begeisterung und Rührung und die Gefühle klangen noch lange nach. Der Weg zog sich noch lange hin und in dem kleinen Ort Pfelders hat man uns die Mühe auch angesehen, denn Einer rief spottend vom Rand: "Der Berg ruft!". Ich hatte zu dieser Zeit aber nur den Ruf des Radlers gehört. - So erreichten wir den "Zeppichl", und den hat der Tourismus auch gut erreicht, was aber der Qualität zu Gute kommt.


Am Montag wurde es dann bald richtig alpin, denn es ging zur Stettiner Hütte bis auf 2875 Meter Höhe. Schneefelder waren zu durchqueren, gleich nebenan die Frühlingsblumen zu bewundern. Der Winter hatte gefährliche Schneemassen gebracht, sodaß die Lawinen sich nicht an die gewohnten Wege hielten und die Hälfte der Stettiner Hütte wegrissen, die Trümmer liegen noch im Gelände; in der ganz gebliebenen Häfte Notbetrieb und Notlager für Erschöpfte, die gar nicht weiter können. (öfter haben wir unterwegs gestaunt, welch kleine Kinder über die Berge und durch Wind und Wetter geschleift werden - ob das so immer richtig ist?). Mit "Stettiner Hütte" können die Italiener nichts anfangen. So heißt diese offiziell "Rifugio Francesco Petrarca". Was hat ein Dichter der Renaissance mit einer Alpenhütte zu tun? Da hilft Freund W. aus dem Internet weiter: Dieser Herr hat im Jahr 1336 ausschließlich zu seinem Vergnügen einen fast zweitausen Meter hohen Berg bestiegen und gilt daher als "Der Vater der Bergsteiger" und "Der Begründer des Alpinismus".
Nach einer sehr wohltuenden Rast ging es dann noch ein paar Meter höher zum Eisjöchl und von der Höhe dann ins Fossental hinein. Übernachtet wurde in der Eishof-Alm. Unseren Füßen zuliebe haben wir die letzte Etappe abgekürzt, sind bei Karthaus ins Schnalstal gegangen und haben mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zu unserem Bus gefunden.

Walter und auch H. brachten uns schnell und sicher wieder nach Hause, die Reise schlossen wir in vertrauter Runde am späten Abend in einem italienischen Restaurant in der Weststadt ab; Claudia trug dazu noch ein ganz frisches Dankgedicht an Walter vor. Wir waren uns alle einig: Es war wieder einmal großartig mit dem Alpenverein!


Hans Schlabing

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