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In Eis und Fels - ein eindrucksvoller Vortrag von Ines Papert

Ines Papert, Klaus Wohnsiedler   Foto: Thomas Gehrlein
Ines Papert, Klaus Wohnsiedler Foto: Thomas Gehrlein
Die Spitzenkletterin berichtet mit atemberaubenden Bildern
Ines Papert, Peter Zschippig, Klaus Wohnsiedler   Foto: Thomas Gehrlein
Ines Papert, Peter Zschippig, Klaus Wohnsiedler Foto: Thomas Gehrlein

Schon bevor die eigentliche Multivisionsshow beginnt, gibt es fantastische Bilder von Ines Papert in der Ice & Snow World Harbin, China zu sehen. Im Januar 2012 besuchte sie Harbin, eine Millionenstadt im hohen Norden Chinas. Dort findet seit 1985 jährlich das internationale Eis- und Schneefestival statt. Sie kletterte als erste Sportlerin überhaupt an den beeindruckenden Gebäuden aus Eis. „Die Bilder habe ich erst seit gestern, sie sind deshalb noch nicht im Vortrag enthalten“, erklärt sie, um dann kurzerhand aus dem Auto eine Festplatte zu holen und sie vor der Veranstaltung dem staunenden Publikum zeigen zu können.

In ihrem Vortrag, den sie auf Einladung der KAGRU hält, spannt sie einen weiten Bogen. Anfangs erzählt sie von ihrer Zeit in der DDR und der Teilnahme an Demonstrationen 1990 und dem Umzug nach Berchtesgaden, nach dem Fall der Mauer.
Am Watzmann entdeckt sie ihre Leidenschaft zum Klettern und begeht schon bald schwierigste Kletterrouten. Mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert die Profibergsteigerin Erstbegehungen in der Eigernordwand und im Tessin. Sie klettert dabei in den höchsten Schwierigkeitsgraden im Fels.

Fast zu kurz kommt die Zeit ihrer Wettkämpfe, in der die viermalige Weltmeisterin im Eisklettern jahrelang die Weltspitze anführte.

Ihre Erlebnisse am Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands, haben ihre Einstellung zum bohrhakenfreien Klettern nachhaltig beeinflusst. Sie steht für einen sauberen Kletterstil und die Absicherung mit mobilen Sicherungsgeräten, bei dem der Berg so verlassen wird, wie man ihn vorgefunden hat.

Ausführlich berichtet Ines Papert von ihren zwei Expeditionen zum 5842 Meter hohen Mount Kyzyl Asker. Das Ziel ist eine 1200 Meter hohe, noch undurchstiegene Wand aus Eis und Fels. Eine große Herausforderung waren dabei nicht nur die Schwierigkeiten in Bezug auf das Kletterkönnen, sondern auch die Logistik und die Bedingungen in der sehr abgelegenen Gebirgsregion in Kirgistan. Das Vorhaben scheiterte jedoch an widrigen Wetterbedingungen und Ausfälle durch Krankheit im Team. Ganz ohne einen Erfolg kehrten die Bergsteiger jedoch nicht zurück. Es gelang noch eine Erstbegehung der 600 Meter hohen „Great Walls of China“. Steiles bis überhängendes Eis und Felsgelände bei trickreicher mobiler Absicherung forderten ihre gesamte Moral und Kletterkönnen. Die Route wurde von ihren Begeherb bezeichnender Weise „Ein Quantum Trost“ getauft.

Nicht zuletzt erhalten die Zuschauer einen emotionalen Einblick in das Leben der Profibergsteigerin, erfahren dabei viel über Leidenschaft und Berufung, Ethik und Tradition und erhalten Antwort auf die Frage, wie die allein erziehende Mutter mit der Verantwortung gegenüber Sohn Emanuel (11) und der Gefahr am Berg umgeht.

„Ich habe im Klettern mein Glück gefunden“, bringt sie es auf den Punkt. Die zahlreichen Zuschauer bedankten sich mit anhaltendem Applaus.

Ansprechpartner

1. Vorsitzende(r): Zurzeit Vakant
2. Vorsitzender: Diether Maurer
Mail: klettergruppe@dav-weinheim.de

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