Der Verfasser des gleichnamigen Artikels in der Frankurter Allgemeinen Zeitung vom 10.06.2010, dem Tag vor unserer Abreise, wird mir sicher verzeihen, dass ich seine Überschrift und ein paar ergänzende Informationen aus seinem Artikel nutze. Doch von vorne: Karl Friedrich Rothenbusch ließ sich inspirieren von Bildern, die ich vor gut 20 Jahren vom Ordesa Nationalpark in den spanischen Pyrenäen gemacht hatte. Kurzum schrieb er in der Tourenbörse der Sektion eine Tour aus zum Monte Perdido, dem mit 3354 Metern dritthöchsten Berg der Pyrenäen und es fanden sich tatsächlich 7 Teilnehmer bereit, den "verlorenen Berg" zu suchen. Das fiel natürlich umso leichter, als Karl Friedrich Flüge nach Lerida für sage und schreibe 6.- bzw. 8.- Euro gefunden hatte. Wohlgemerkt Hin- und Rückflug und ohne jegliche Gebühren. Doris, Christine, Monika, Karl (der II.), Christian, Valentin (aus Köln) und ich fuhren von Lerida mit Mietwagen gut zweieinhalb Stunden nach Torla, einem kleinen Dorf, geprägt von dunklen Natursteinhäusern, die sich unter den grandiosen Wänden des Valle del Ara ducken. Hier fanden wir Quartier im Refugio Lucien Briet -der Name schon verrät die Nähe zu Frankreich- benannt nach dem Schriftsteller, der diese Gegend durch Bücher, Artikel und Bilder erst bekannt gemacht hat. Überaus freundlich die Aufnahme und mehr als sparsam die Preise: Lagerbetten mit Halbpension 28.-€ bei Dreigänge-Menü inklusive Rot- und Rosewein. Da wir schon gegen 19:30 angekommen waren, konnte nach spanischer Sitte noch lange getafelt werden und wir ließen uns davon auch nicht abhalten durch das Frühaufstehen am Samstag um 4 Uhr, denn unser Weg , den verlorenen Berg zu finden, sollte sehr weit sein. 2000 Höhenmeter Aufstieg, 30 km Entfernung und Abstieg am gleichen Tag waren schließlich kein Spaziergang. Der Samstag brachte aber schlechtes Wetter, schon auf den ersten Metern des Aufstieges regnete es in Strömen und das sollte, von kleinen Unterbrechungen abgesehen, auch nicht mehr aufhören. Aber trotz dieser schlechten Bedingungen und der teilweise schlechten Sicht eröffneten sich hin und wieder Blicke auf die terrasenförmig angelegten Canyonwände der Schlucht des Rio Ara an deren Ende der beeindruckende Wasserfall "cola del caballo" seinem Namen "Pferdeschwanz" alle Ehre macht. Nass und verfroren gelangten wir schließlich auf das rund 2200m hoch gelegene Refugio Goriz, eine ganzjährig bewirtschaftete, überaus einfache Hütte ohne jeden Komfort und wenig anheimelnd. Die Toiletten sind in häßlichen Containern neben der Hütte und passen so garnicht in die grandiose Landschaft, von der wir bis dahin nur wenig zu sehen bekommen hatten
Die Höhen über 2000m hüllten sich in Wolken und es war trübe und dunkel. Immerhin aber hatten wir bei diesen Bedingungen eine klettersteigähnliche Passage von gut 100 Höhenmetern zu überwinden ohne Sicherungsgeräte auf glitschigem Fels, gesichert von Ketten und "clavijas", Eisenstangen, wie wir sie von unserem heimischen Klettersteig durch die Jakobswand kennen. Auf der Hütte selbst war trotz des Wetters erstaunlich viel Betrieb. Auch hier eine Überraschung für uns, die an Hütten in den Alpen gewohnt sind, die Preise, sie sind niedrig. Ein Tee z.B. 1,60 € und selbst einen Liter Rotwein für 8,50 € , da kann man nicht klagen. Aber natürlich war Rotwein nicht angesagt, denn wir hatten ja noch die letzten 1150 Höhenmeter vor uns! Und immer noch Schnürlregen! Nach gut einer Stunden verloren Karl-Friedrich, Valentin und Karl (der II.) die Geduld und machten sich im strömenden Regen auf zum Gipfel - ein hoffnungsloses Unterfangen, nach gut weiteren 600 Höhenmetern war im Whiteout keine Orientierung möglich und es schüttete nach wie vor. Der Monte Perdido ward nicht gefunden! Die Damen dagegen gingen in Begleitung von Christian und mir die Faja de Pelay in westliche Richtung. Dieser Weg führt rund siebenhundert Meter über dem Talgrund in gleichbleibender Höhe zurück und war eigentlich gesperrt. Früher benutzten Jäger diesen Pfad, um den Sarrios nachzustellen, einer Gemsenart und auf der Terrasse gelegen ist der Weg teils ausgesetzt, vor allem aber sehr lawinengefährdet. Zahlreiche Spuren von Lawinen konnten wir sehen und teilweise waren es körperstarke Kiefern, die abgerissen waren. Aber zum Glück lag in den Steilhängen nur noch so wenig Schnee, dass die Lawinengefahr nicht akut war. Jetzt hatte auch der Wettergott ein Einsehen und öffnete den wolkenverhangenen Himmel -zumindest hin und wieder. Was wir sahen, war grandios: Ein kilometerlanger Canyon, hunderte von Metern unter uns der Rio Ara und auf beiden Seiten der Schlucht Wände durch deren Risse und Kerben endlose pralle Wasserfälle hinabstürzten zum Talboden, wo sattes Grün und die weisse Gischt des Wildwassers ein prächtiges Bild gaben.
Und tatsächlich gab es sogar Momente, in denen die Sonne ihre Strahlen sandte, was die Farben der Felswände aufleuchten liess. Nach gut zweieinhalb Stunden gelangten wir so zum Mirador, einer Aussichtsplattform, die hoch über der Stelle liegt, an der wir unten im Tal die Autos geparkt hatten. Der steile Abstieg dorthin über rund 700 Höhenmetern kostete Konzentration und Kraft. Aber dann war es geschafft, im "Lucien Briet" wartete ein leckeres Abendessen, viel Erfahrungsaustausch auch mit spanischen Bergsteigern und natürlich viel Spass. Der Sonntag dann bescherte zunächst bestes Wetter und so konnten wir das malerische mittelalterliche Dorf besichtigen, um dann durch die schöne Landschaft des Aragon nach Lerida zu fahren, von wo der Rückflug pünktlich startete und uns nach Frankfurt - Hahn brachte und auf der Heimfahrt begann es zu regnen - was sonst! Doch eines ist geblieben: Es war eine tolle Tour und ich werde bald wieder aufbrechen, diesmal aber um den verlorenen Berg sicher zu finden!
Hans Henninger
Liebe Bergfreunde,
für Kurzentschlossene gibt es unter der Rubrik Impressum / Login Sektionsforen eine Tourenbörse.
Hier findet man ganz aktuelle Angebote von meist kurzfristigen Berg- und Klettertouren, die von Vereinsmitgliedern eingestellt werden können.
Reinschauen lohnt sich!
| Wann | Was | Wer | A/F/G | Ausgebucht |
| 30.1.-6.2. | Winterfreizeit im Oberengadin | Walter Hebling | G | |
| 6.-7.2. | Praxistage Eisausbildung | Dominik & Lukas Langhamer | A | |
| 2.-5.5. | Climb& More in Arco - Klettern für Anfänger mit Erfahrung | Susanne Szymon | A | |
| 8.-11.5. | Sportklettern im Frankenjura | Roland Bergbold | G | |
| 12.-16.5. | Wandern im Donautal | Marianne Staß, Richard Rothermel | G | |
| 13.-16.5. | Anspruchsvolle Gipfeltouren im Stubai | Hans Henninger, Dietrich Hinkeldey | F | |
| 30.5.-5.6. | Frühling im Voralpenland | Walter Hebling | G | |
| 27.-30.6. | Climb & More Taja Klettersteig, Klettern an der Coburger Hütte | Susanne Szymon | G | |
| 3.-6.7. | Alpinklettern rund um die Sidelenhütte (Schweiz) | Klaus Wohnsiedler | G | |
| 4.-7.7. | Ausbildung Bergwandern "natürlich" - Tannheimer Tal | Anne-Bärbel Engelhart | A | |
| 8.-13.7. | Walliser Hochtouren | Jule Heil | F | |
| 23.-28.7. | Hochtouren in der Ortlergruppe | Klaus Wohnsiedler | F | |
| 31.7.-7.8. | Praxiswoche Eis und Fels | Astrid Kunisch, Andreas Hinkelmann | A | |
| 1.-6.8. | Durchquerung des Rosengartens | Agnès Parisot | F | |
| 16.-23.8. | Jubiläumsfahrt auf der Donau | Walter Hebling | G | |
| 20.-25.8. | Hüttenwanderung im Salzkammergut (Totes Gebirge) | Helmut Seip | G | |
| 28.-31.8. | Alpinklettern am Sustenpass | Roland Bergbold | G | |
| 5.-12.9. | Wanderwoche für Senioren im Odenwald | Kunibert Saur, Gerhard Staniczek | G | |
| 25.12.-31.1. | 6000er in Chile: Tupungato ; Trekking in Patagonien | Dietrich Hinkeldey Hans Henninger | G | ja |
| Die Information "Tour ausgebucht" basiert auf einer Meldung der Geschäftsstelle. | ||||
Unsere Sektionsfahrten werden von Jugend-, Wander- und Fachübungsleitern und erfahrenen Tourengehern angeboten. Alle Mitglieder können entsprechend ihres Konditions- und Ausbildungsstandes daran teilnehmen.
Die Sektion Weinheim passte sich ab dem Jahr 2009 den üblichen Gegebenheiten im Deutschen Alpenverein an. Das bedeutet: Anmeldungen nur noch bei der Geschäftsstelle, Auskünfte über die Touren geben die Tourenleiter! Wir erheben ab 2009 einen Sektionsbeitrag, der in die Aus- und Weiterbildung unserer Tourleiter fließt (siehe Ausbildungsprogramm), und einen Tourenleiterbeitrag bei Führungs- und Ausbildungstouren, der die Kosten der Fachübungsleiter ersetzt.
Sektionsbeitrag/Tourenleiterbeitrag
| Führungstour | 5 € pro Tag und Teilnehmer |
| Ausbildungstour | 10 € pro Tag und Teilnehmer, 8 € für Jugendliche pro Tag und Teilnehmer |
| Tourenleiterbeitrag | Führungs-/Ausbildungstour: 8 € pro Tag und Teilnehmer |