Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V.

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35 Jahre des Singkreises

Da wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, ...

Lieber Walter!

„ Eine Liebeserklärung an die Berge und die Musik gleichermaßen - das ist die Grundidee des 1980 gegründeten Singkreises in unserer Sektion“ -
- das war die Visitenkarte des Sinkreises.

Und jetzt nach 35 Jahren …
Wir danken Dir für die 35 Jahre,
die Du uns, dem Singkreis, gewidmet hast:
für die Lieder und Musik,
für die Touren, Freizeiten und Fernreisen,
für die Organisation, Bemühungen,
für die Durchführung und Motivation,
für Dein Lächeln und unsere Gemeinschaft …

Liebe Gisela!

Man sagt: ein starker Mann braucht eine starke Frau, die ihn unterstützt.
Unser Dank für die 35 Jahre des Singkreises gilt auch Dir:

Wir danken Dir, dass Du für Walter und vor allem für uns da warst,
für die Gestaltung unserer Abende,
für die Organisation von unseren Freizeiten
und für Dein Lächeln und für unsere Gemeinschaft.



Mallorca Tour 2015

Auf dem GR 221 durch das Tramuntana-Gebirge

Zum letzten Mal in diesem Jahr machten sich sieben Bergwanderer vom Weinheimer Alpenverein auf den Weg. Diesmal wurde Mallorca angesteuert, sechs Etappen des bekannten Weitwanderweges waren geplant.

Start war in Estellencs; auf Grund einer Wegsperrung fuhr die Gruppe bis Banyalbufar mit dem Linienbus, ein bemerkenswerter Ort hoch oben über dem Meer, bekannt durch großzügig angelegte Terrassen und mit einem herrlichen Ausblick. Hier fand man schnell den Einstieg zum GR 221, der Wanderroute, die vom Südwesten zum Nordosten durch das Tramuntana-Gebirge führt. Ab hier ist der Weg gut ausgeschildert und es gibt keine Sperren mehr. Bis zur nächsten Übernachtung verlief er über einen noch mäßigen An- und einen langen Abstieg bis Esporles.

Die erste Herausforderung war am nächsten Tag der Weg nach Valdemossa über den Coll de sa Basseta und den Coll de Sant Jordi. Die Höhe von sa Comuna verlangte allen einiges ab, bis ein alpiner Abstieg und noch lange Wege durch Steineichenwälder die Gruppe ans Ziel brachte.
Zwischendurch gab es spektakuläre Ausblicke auf das Meer und in tiefe Schluchten. Steinmännchen wiesen den Weg bis in den durch Chopin und George Sand bekannten Ort, der voller Touristen war und der natürlich besichtigt wurde. Für die Strecke bis Deia in das Refugi Can Boi wurde der Bus genommen.
Auch Deia, eines der schönsten Dörfer Mallorcas, bot noch einen Höhepunkt. Die kleine Bucht unterhalb des Dorfes gibt einen wunderbaren Eindruck von Ursprünglichkeit. Ein uriges Lokal duckt sich unter einen Felsvorsprung, es duftet nach mallorquinischen Gerichten, man sitzt im Freien über dem Meer.

Die Etappe des nächsten Tages war weniger weit, landschaftlich aber wieder wunderschön.
Unterwegs überraschte eine kleine Bäckerei am Wegesrand, so dass der Restweg zum Refugi Muleta hoch über Port Soller gut zu schaffen war. Der Nachmittag bot Zeit für Besichtigungen von Port Soller und Soller, das mit der bekannten Straßenbahn erreicht wurde. Besonders die Kathedrale war sehenswert.

Die folgende Etappe bis zum Refugi Tossals Verds, der ältesten Berghütte, begann in Biniaraix auf einem restaurierten Pflasterweg durch die Schlucht von Es Barranc zum Coll de l'Ofre. Es galt, mehr als 800 Höhenmeter zu bewältigen, als Entschädigung war der Ausblick auf den Cuber-Stausee bei wunderbarem Sonnenschein. Der Abstieg zum See und weiter an einem eingefassten Wasserlauf entlang war erholsam und ging dann wieder aufwärts durch Steineichenwälder und über steinige Pfade bis zur einsam gelegen Hütte.

Am vorletzten Wandertag galt es wieder aufzusteigen bis zur Weggabelung in Richtung Kloster Lluc zum Refugi Son Amer. Zunächst ging es über den höchsten Inselpass, den Col des Prat, auf dem restaurierte Schneegruben zu finden sind. Der Abstieg geht über den gepflasterten Cami de ses Voltes des Galileu zum Kloster Lluc.

Der letzte Teil des Wanderweges, ein fast gemütlicher Abstieg, verläuft auf einem alten Pilgerweg in die Ebene von Pollenca hinab. Erste Regentropfen erreichten uns, aber das Wetter hielt, bis am Nachmittag noch die Stadt mit ihrer alten Römerbrücke, dem Calvarienberg und einer wunderschönen großen Kirche besichtigt werden konnte.

Am Abflugtag gab es noch einen Abstecher in den kleinen Ort Sineu im Herzen der Insel, um den wöchentlichen Mittwochsmarkt, der seit über 700 Jahren besteht, zu besuchen, ehe es per Bahn und Bus zurück an den Flughafen ging.
Es war eine sehr schöne Wanderwoche bei perfektem Wetter, in grandioser Landschaft und in harmonischer Gemeinschaft, es hat uns gefallen!

Heidi Schmitt



Karwendel 2015


Auf Merkels und Obamas Spuren vom 05.09.2015 bis 12.09.2015

Zehn Mitglieder des Weinheimer Alpenvereins unter der bewährten Leitung von Walter Hebling machten sich wieder auf den Weg, die Berge im Karwendel und Wetterstein zu besteigen. Standort für die Gruppe war eine nette Pension in Mittenwald, ein schöner Ort, zentral gelegen auf 920m Höhe mit wunderbaren Lüftlmalereien an den Häusern und einem Geigenbaumuseum. Der Geigen- und Zupfinstrumentenbau kann auf eine 300-jährige Tradition zurück blicken; an den Gründer Matthias Klotz erinnert ein Denkmal neben der Pfarrkirche.

Die Eingehtour am ersten Wandertag verlief in hügeligem Gelände, an Schmalensee und Barmsee entlang, leichter Regen begleitete die Wanderer. Eine Besonderheit in dieser Region sind die Buckelwiesen, einstmals entstanden durch Steinanhäufungen, vom Gras überwachsen und nur noch teilweise erhalten.

Der nächste Tag blieb trocken, die Tour führte an Lauter- und Ferchensee vorbei zum Kranzberg auf 1391m, von wo aus man einen herrlichen Rundblick ins Karwendel-, Wetterstein- und Estergebirge sowie ins Isartal hat. Die höchsten Gipfel waren bereits weiß gepudert. Der Rückweg führte über Elmau mit seinem berühmten Schloss, in dem der letzte G7-Gipfel stattgefunden hatte.


Der nächste Tag führte die Gruppe auf den Schachen, Standort des Jagdhauses von König Ludwig II (1866m), das besichtigt werden kann. Von der prächtigen Ausstattung des Raumes im Obergeschoss ist man völlig überrascht, nach türkischem Vorbild reich bestückt mit einem opulenten Springbrunnen, umlaufenden Polstern, dicken Teppichen, vergoldeten Figuren und schweren Vorhängen aus Brokat und Seide. Ein Rundumblick von der Zugspitze über Garmisch bis ins Karwendel war eine weitere Zugabe. Auch ein Alpengarten in der Nähe des Hauses ist sehenswert.

Ein weiteres Ziel war die Leutaschklamm, ein besonderes Naturschauspiel, gut auf Metallstiegen zu durchlaufen und besonders für Kinder anregend und informativ gestaltet. Eine entspannte Wanderung ins Leutaschtal hinein und auf dem Rückweg der Blick auf einen sogenannten Gletscherschliff, erst vor einigen Jahren entdeckt, rundete diesen Tag ab.


Am Walchensee begann die Tour zum Jochberg, die steil bergauf zum Gipfel auf 1565m führte. Am Gipfelkreuz belohnten ein Handschlag und eine wunderbare Aussicht auf die Spitzen der umliegenden Berge, die aus einer im Norden liegenden Nebeldecke herausragten. Der Kochelsee mit dem gesamten Voralpenland blieb uns verborgen. Doch der Blick über den Walchensee zum Karwendelgebirge entschädigte den fast 800 m Aufstieg.

Am letzten Tag spielte uns das Wetter einen Streich, es regnete, und so wurde der Plan, die Hochlandhütte und weiter den Predigtstuhl (1920m) zu ersteigen geändert. Garmisch-Partenkirchen und der Eibsee waren das Ziel. Die Umrundung des Sees mit den immer wieder schönen Ausblicken auf die Zugspitze bei inzwischen besserem Wetter gefiel allen auch sehr gut, und bis zum Parkplatz bei Hammersbach war es doch weit!

Der Abschied am nächsten Morgen fiel etwas schwer, hätte man doch noch so manche tolle Wanderung in dieser wundervollen Region unternehmen können.

Ein herzliches Dankeschön geht an Walter Hebling für die Planung und Vorbereitung dieser schönen Woche.

Heidi Schmitt

Mosel Tour 2015


Auf dem Moselhöhenweg vom 30.05.2015 bis 06.06.2015

Eine beeindruckende Landschaft mit steilen bewaldeten Hänge, die Weinberge, die malerischen Städtchen mit ihren alten Winzerhöfen, prächtigen Kirchen und romantischen Burgen und Burgruinen und natürlich der Fluss mit seinen zahllosen Windungen, aber auch ein gutes Wanderwetter und eine exzellente Hotelunterkunft waren die Attribute, die eine 28-köpfige Wandergruppe des Alpenvereins Sektion Weinheim erlebten.
Per Zug fuhr die Gruppe über Frankfurt, am Rhein entlang nach Koblenz, weiter moselaufwärts nach Cochem und von dort mit dem Bus in das Weinörtchen Bremm am Calmont, wo die steilsten Weinberge Europas liegen und die engste Moselschleife zu bewundern ist.
Durch die gute Infrastruktur an der Mosel konnten per Zug und Bus die einzelnen Etappen gut erreicht und wieder beendet werden.


Von Pommern aus starteten wir am 3. Tag. An der Mosel entlang in den wunderschönen Ort Klotten, um dann oberhalb der Weinberge mit immer wieder schönen Aussichtspunkten ins Moseltal nach Cochem zu wandern, wo oben auf dem Pinnerkreuz die Teilnehmer entscheiden konnten, ob sie über die Weinberge absteigen, oder eine Fahrt mit dem Sessellift bevorzugen wollten.

Bei der nächsten Tagestour wurde von Ebernach aus über bewaldete Höhen und weiten Weinberganlagen nach Ellenz gewandert. Danach per Fähre in den Dornröschenort Beilstein übergesetzt. Über die Treppe zum ehemaligen Karmeliterkloster St. Joseph, die auch als Himmelsleiter bekannt ist, ging es dann von der Burgruine Metternich aus auf die nächste Anhöhe um auf dem Literatenweg nach Sensheim abzusteigen und weiter über die Moselbrücke nach Nehren zu kommen. Mit dem Bus wurde die letzte Etappe zum Hotel angesteuert.

Am folgenden Tag wanderte die Gruppe auf dem Mosel-Erlebnis-Weg, der in südlicher Richtung links und rechts der Mosel verläuft. An Weinbergen entlang wurde zuerst der wunderschöne mit vielen Fachwerkhäusern geschmückte Ort Sankt Aldegund erreicht, wo die Gruppe ganz besonders ein Haus eines Malermeisters mit Sinnsprüchen auf der Fassade beeindruckte. Weiter ging es nach Alf, wo mit einem kleinen Schiff nach Bullay übergesetzt wurde. Zurück verläuft der Weg auf der rechten Moselseite.


Am letzten Tag fuhren wir mit der Bahn nach Reil, um von dort aus nach Traben-Trarbach zu wandern, wo über die ehemalige Festung Mont Royal in die beeindruckende Stadt mit ihren Jugendstilhäusern, dem barocken Haus Böcking mit dem Mittelmoselmuseum und dem mächtigen kaiserlichen Postamt abgestiegen wurde. Der Endpunkt der Etappe wurde in der Alten Zunftscheune begossen.

Samstags ging es umweltschonend wieder nach Weinheim.

Mit einem herzlichen Dank an Walter Hebling, der diese erlebnisreiche Woche ausgesucht, organisiert und geleitet hatte ging diese Wanderwoche zu Ende, in der alle Teilnehmer diese Moselregion ins Herz geschlossen haben.

Marokko Tour 2015

Saharadünen statt Hochgebirge 14.04.2015 bis 29.04.2015

Nach Marokko zu reisen heißt, in eine andere Welt einzutauchen, die voller Gegensätze und Schönheiten ist; den Maghreb. Die Landschaften, gerade im Frühjahr, sind durch frisches Grün in den Tälern und durch rot-braunes, schroffes und karges Felsgestein gekennzeichnet. In den großen Städten mischt sich neues mit altem, in den Souks herrscht lebhaftes Treiben, im Süden faszinieren die Kasbas, die Wüsten und Oasen.  

Am 14. April starteten zweiundzwanzig Reisende mit dem Bus zum Flughafen Basel, um dann am späten Abend den Flug nach Casablanca anzutreten. Der Singkreis des Weinheimer Alpenvereins hatte wieder unter Walter Hebling die Vorarbeit geleistet, die Organisation vor Ort aber einem Reiseveranstalter überlassen.

Casablanca ist das blühende wirtschaftliche Zentrum Marokkos; der noch unter französischem Protektorat gebaute Hafen ist Umschlagplatz für Bodenschätze, Agrarprodukte und Industrieerzeugnisse. Auch Rick's Café sucht man nicht vergeblich, es handelt sich aber um einen Nachbau, der bekannte Film wurde nicht hier gedreht. Ein größerer Anziehungspunkt, wenngleich noch wesentlich jünger, ist die Moschee Hassan II. Sie ist eine der Moscheen in Marokko, die auch von Andersgläubigen besucht werden kann. Nach einer Stadtrundfahrt geht es auf die Autobahn, um gegen Abend unser schönes Hotel Tichka Salam in der Neustadt von Marrakesch zu erreichen, wo wir zwei Nächte verbringen. Ab jetzt endet für uns die Nacht fast regelmäßig mit dem Weckruf des Muezzins, nur im Wüstencamp wird dieser ausbleiben.

Ein ganzer Tag für die Stadt. Der Hohe Atlas ist noch schneebedeckt und grüßt über Wolken und Dunst in die Stadt hinein, sein Wasser spendet Leben für große Teile des Landes, besonders für Marrakesch. Zur Einstimmung besuchen wir den Jardin Majorelle, den sich in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts ein französischer Maler einrichten ließ. Ein wahres Paradies aus allen möglichen Gewächsen und Blumen ist hier gelungen, allen voran die vielfarbigen Bougainvillean, die vielen staunenden Besucher schweben geradezu hindurch. - Und weiter geht es den ganzen Tag mit einem Höhepunkt nach dem anderen: nur von außen die altehrwürdige Koutuobia-Moschee, jüdisches Viertel, El Badia Palast, der große Platz Djemaa el Fna, die Saadiergräber sind nur einige davon; dazwischen noch ein Mittagessen auf einer Dachterasse - und immer wieder durch Straßen und Gassen bis in die Souks hinein. Ein großes aller Wunder sind die Souks, wo sich das Gewimmel verdichtet, die Waren haben alle Farben, Formen, Zwecke, Muster, Gerüche und Düfte, beim Kaufen ist Handeln Pflicht. Am Abend schafften es einige noch auf den Platz Djemaa el zu den Garküchen, Gauklern und Schlangenbeschwörern.

Die Reise über den hohen Atlas war am nächsten Tag angesagt. Zunächst nochmals durch Marrakesch. Palmenhaine, Parks, Golfplätze (die Stadt hat 15 davon), Oliven- und Obsthaine ziehen am Bus vorbei, gehen in Wiesen und Äcker über, aus allem leuchten die bunten Blumen hervor. Bald ist das Gebirge erreicht, wo das Grün des Frühlings schließlich in den Tälern hängen bleibt, um sich weiter oben ins Dunklere der Nadelwälder zu verwandeln, darüber Stein- und Felsgelände. Wo die Aussicht besonders schön ist, wird eine Teepause oder ein Photostopp gemacht. Der Pass Tizi N'Tichka ist mit 2260 Metern der höchste Punkt. Die Hammada (Steinwüste) beginnt dann bald, denn wir sind auf der trockenen Seite des Atlas eingetroffen. Vom Gebirge kommen aber doch viele Flüsse herunter, mit deren Wasser sehr sorgsam gewirtschaftet wird. Unsere Straße geht an den dicht besiedelten Flussoasen entlang und führt uns zur alten Siedlung Ait ben Haddou, die wir eingehend besichtigen. Unser Tagesziel heißt Ouarzazate, ohne Übertreibung das Hollywood Afrikas, auch viele europäische Filme wurden hier gedreht. Wir lassen die weiträumigen Studiobauten links liegen und landen in unserem kleinen, schönen Hotel, einem Riad (Paradies).

Ein ausführlicher Besuch der Kasbah Taourirt, entspricht dem alten Ouarzazate. Dem Ort ist es nicht auf den ersten Blick anzusehen, aber hier liegt ein Schlüssel zum Verständnis der jüngeren Geschichte Marokkos, denn der auch hier residierende Herrscher El Glaoui paktierte mit der Besatzungsmacht der Franzosen gegen die Mehrheit der Marokkaner und das Königshaus, der König wurde ins Exil verbannt. In der Folge erzwang das Volk Marokkos die Rückkehr des Königs und konnte sich von der Fremdherrschaft befreien, wobei die territoriale und die politische Einheit Marokkos erhalten blieb.

Heute bekommen die Füße etwas mehr zu tun auf einer kleinen Wanderung durch die Flussoase des Todra, jeder Fußbreit Boden wird für den Anbau genutzt, wir genießen frische Luft und Grün im Schatten der Palmen, danach noch ein kleiner Abstecher zur spektakulären Todraschlucht. Danach steuert der Bus Merzouga an, wo das Hotel Tombouctou am Rande der Sandwüste liegt. Im Erg Chebbi liegt die größte Sanddüne Marokkos, diese wurde am Vormittag erwandert, ehe es am Nachmittag per Kamelritt ins Wüstencamp ging. Der Abend ging mit einem delikaten Abendessen, Trommelmusik und Tanz zu Ende.

Dienstags kehrten wir wieder in die Zivilisation zurück. Nach kurzem Frischmachen und dem Frühstück im Hotel fuhren wir nach Rissani zum Mausoleum der frühen Alaouiten. Dieses genießt besonderen Respekt, denn das Herrscherhaus der Alaouiten regiert Marokko seit 1666 bis heute. Anschließend geht es wieder in die Souks; sehenswert ist besonders der Viehmarkt. Der Weg nach Zagora, unserem Tagesziel, ist recht weit und führt durch eine kahle Gebirgslandschaft mit vielen geschichteten Sedimenten, zwischen den Bergrücken liegen weite Verebnungen mit savannenartigem Bewuchs, kennzeichnend sind hier Schirmakazien. Endlich kommen wir im Tal des Draa an, der größten Flussoase Marokkos und machen Quartier in Zagora.

Auf der Weiterfahrt nach Taroudannt war uns zunächst eine Wanderung in der Flussoase des Draa gegönnt. Mit dem Jbel Siruoa durchfahren wir dann ein 23 Millionen Jahre altes Vulkangebiet. Wir erfahren heute vieles über die Bodenschätze Marokkos, den Anbau von Safran (der im Herbst blüht) und Arganfrüchten und deren Verwertung. Wer darüber hinaus Fossilien und Mineralien liebt, kann hier aus dem Vollen schöpfen. Unterwegs Besuch einer Kooperative; Anbau, Produktion und Verkauf von Argan und dessen Produkten obliegt fast ausschließlich den zahlreichen Frauenkooperativen. Arganöl ist gesund und wohlschmeckend, für andere Arganerzeugnisse bietet das Äußere des menschlichen Körpers vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. In Agadir stand ein erfrischender Strandspaziergang an, ebenfalls am Strand in Essaouira vor unserem Hotel.

 

Am nächsten Morgen schließt sich die Besichtigung Essaouiras an mit Fischereihafen, über die alten portugiesischen Befestigungsanlagen und die Souks, wo wunderbare Arbeiten aus Zypressenholz angeboten werden. Weiter nach Safi, der Töpferstadt, auch hier eingehende Besichtigung der Werkstätten, in Oualida, einem kleineren, aber schon mondänen Badeort, Spaziergang an der Lagune und am Strand. Schließlich zur letzten Übernachtung ins Hotel Art Suites in El Jadida, das einen schönen Rahmen und ein gutes Büffet für unseren Abschlussabend bietet. Von Mustapha, Walter und Beate gab es noch jeweils wohlgeratene Abschlussworte.

Am Abschlusstag besichtigen wir noch in El Jadida die alte portugiesische Zisterne und den Souk. Im Vergleich zur Hinreise ist der Weg zurück kurz und schmerzlos, die Heimat empfängt uns mit kühlen Regenschauern. Die Begegnungen untereinander in der Gruppe und mit Marokko und seinen Menschen waren interessant und wohltuend, wir bedanken uns.

Hans Schlabing, 02.05.2015

Rosengarten und Latemar 2014


Im Reich von König Laurin vom 30.08.2014 bis 06.09.2014

Erneut machten sich 8 Personen des Weinheimer Alpenvereins im Kleinbus auf den Weg nach Südtirol. In Obereggen wurde im freundlichen, familiär geführten Albergo Specker Quartier bezogen, das unmittelbar an den Seilbahnstationen zum Latemar liegt. Die sorgfältig vorbereiteten Touren von Walter Hebling führten uns durch die herrliche Bergwelt der Dolomiten, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte.


Der erste Höhepunkt war eine Wanderung vom Haus aus zum Labyrinthsteig, ein wunderbarer Weg durch aufgehäufte Fels- und Steinformationen. Weiter ging es zum mystisch anmutenden Karersee, der mit seinen verschiedenen türkis-blauen Schattierungen zwischen dem dichten Fichtenwald hervorblitzt und in dem sich bei Sonnenschein das Latemar spiegelt.
Per Auto erreichte die Gruppe am Folgetag den Wallfahrtsort „Maria Weißenstein“ auf 1520 Höhenmeter mit Kloster und reich ausgestatteter Kirche. Hier begann die Wanderung, die zunächst in die Bletterbach-Schlucht führen sollte, ein tiefer Einschnitt unterhalb des Weißhorns mit sicherlich interessanten Einblicken in die verschiedenen Gesteinsschichten und einem Info-Zentrum. Auf dem Weg erfuhren wir, dass der untere Abschnitt wegen Murenabgangs in der vergangenen Nacht gesperrt wurde. Der oberen Teil der Schlucht war frei und konnte durchquert werden. So begann der Aufstieg auf das Weißhorn zwar bei Sonnenschein, aber frischem Wind. Zum Schluss, an der Abbruchkante der Schlucht entlang, bis das Gipfelkreuz in 2.313m Höhe erklommen war. Die zentrale Lage des Berges macht es möglich, eine Rundumsicht bei herrlichem Sonnenschein zu genießen. Mit dem direkten Blick in das Etschtal, weiter zur Brenta, dem Ortler, den Zentralalpen und den Dolomiten wurde die Gruppe belohnt. Nach kurzer Rast hinter schützenden Felsen ging es an der gegenüberliegenden Kante mit leichter Kletterei abwärts zurück zum Auto.


Am kommenden Tag war der südliche Teil des Rosengarten-Gebirges unser Ziel; die Rotwandumrundung. Vom Parkplatz am Karerpass war der Aufstieg, zur Rotwandhütte. Hier fanden sich zahlreiche Wanderer ein, die zumeist über den Paolina-Lift hinauf kamen. Auf dem Weg zur Vaiolonscharte blieben dann die Massen zurück. Auf steilen und schmalen Wegen im Auf- und Abstieg wurde auf der Vorderseite der Rotwand der Hirzlweg erreicht, der weiter zur Paolinahütte auf 850 Höhenmeter führt. Dort fanden sich alle Teilnehmer wieder zusammen, da sich einige für eine leichtere Variante entschieden hatten und noch das Denkmal des Dr. Theodor Christomannos ansahen, dem Pionier des Südtiroler Fremdenverkehrs.
Der Mittwoch war der Kultur gewidmet. Erste Station war die kleine Kirche St. Helena in Deutschnofen, malerisch am Regglberg gelegen. Ein echtes Kleinod in romanischer Bauform, reich ausgestattet mit gut erhaltenen Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Die Städte Auer, Neumarkt links der Etsch, Tramin und Kaltern und ein kurzer Halt am Kalterer See gegenüber, waren die Anlaufpunkte dieses Tages, wobei jeder selbst auf Entdeckungstour ging und interessante Eindrücke sammeln konnte.
Der vorletzte Wandertag bescherte erstmal Regen, so dass die Begehung des Santner-Klettersteigs, der von der Rosengartenhütte zum Rosengarten bestiegen wird, gestrichen werden musste. Stattdessen ging es vom Parkplatz am Niga-Pass auf angenehmen Wegen zur Harnicker-Schwaige, von wo aus die
unmittelbar darüberstehenden Vajolettürme bewundert werden konnten. Zum Abschied gab‘s einen Gratis-Kräuterschnaps.

Auch der letzte Tag bescherte feuchte Wege, so dass nach der Seilbahnauffahrt von Obereggen nur unterhalb der steilen Latemaraufschwünge gewandert werden konnte. Über die Feudo-Hütte und im Bogen durch Wald und über Wiesen ging es nach Obereggen zurück. Unser Wirt hatte Kaffee und herrliche Himbeertorte als Entschädigung des trüben Wetters für uns bereit.

Eine tolle Wanderwoche in dieser beeindruckenden Landschaft! Dem Organisator galt unser aller Lob und Dank.

Heidi Schmitt

Meraner Höhenweg 2014


Einmal um die Texelgruppe vom 31.07.2014 bis 06.08.2014

Ende Juli brachen sieben Bergsteiger mit einem Kleinbus in Weinheim auf, um nach Partschins im Vinschgau die Bergtour in der Texelgruppe zu beginnen. Ab jetzt ging uns für die Dauer der Tour kein "Sie" mehr über die Lippen, zumal diese Höflichkeitsform auch im Vinschgau abseits der größeren Siedlungen weitgehend unbekannt scheint. Zu uns Fünfen, die sich schon von einigen Reisen und Wanderungen kannten, waren noch zwei Neue gekommen, die prima in die Gruppe paßten. Walter Hebling hatte wieder einmal alles organisiert.


Auf dem Parkplatz "Birkenwald" unweit des Partschiner Wasserfalls wurde geparkt, danach gings mit Rucksack dem Wegweiser entlang, vorbei an den stürzenden Wassermassen zum Berggasthof Giggelberg, wo nach vielen Schweißtropfen das ersten Übernachtungsquartier lockte. Hier bezogen wir die Schlafkammern und bald winkte ein köstliches Abendessen mit entsprechenden Getränken, noch bereichert um den Blick auf das Panorama der Rosengartengruppe. Auch an den folgenden Tagen waren wir mit Speis und Trank immer aufs Höchste zufrieden und konnten fast jedesmal rechtzeitig vor einem Regenguß eine Rast in einer Gaststätte am Weg einlegen.

Der erste richtige Wandertag führte uns mit dem Blick ins abfallende Etschtal hinein nach Süden auf die Höhen über Meran zu, hier wie so oft auch später auf schmalen Pfaden mit Wurzeln, Treppen und Steinen, immer wieder bereichert durch gut gefüllte talstürzende Wasserläufe und einen Aussichtsbalkon ins Tal hinaus. Die erste beschauliche Rast war an der neuerbauten Nassereith-Hütte im Grünen. Nach guter Wanderung über viele Kilometer, vorbei an der Tablander-Alm, dem Hochganghaus, entkamen wir einem Gewitter und erreichten rechtzeitig das Nachtquartier, den Thalbauerhof hoch über dem Dorf Tirol und der Stadt Meran.


Am nächsten Morgen war das Gewitter statt in der Luft dann in den Waden (laut Wanderplan "ein fast gemütlicher Tag"), aber tapfer schritten wir mit faszinierenden Blicken nach Meran weiter in das Tal der Passer nach Norden zum kleinen und heimeligen Valtelehof zur Übernachtung. Bei Tisch trafen wir einen studierten Südtiroler, der im Dienste des Weinbaues und einer großen Chemiefirma lange Jahre die Welt bereist hatte und uns in seiner Klugheit sogar ausführlich belehren konnte, wie es in Weinheim so zugeht. Uns waren die zu Hause gebliebenen Südtiroler dann doch lieber, immer freundlich, offen und zu einem kleinen Gespräch bereit.

Der Sonntag brachte uns dann wieder mehr nach Westen, hier macht das Passertal eine scharfe Kurve. Die Rast war diesmal bei einem kleinen, alten Bauernhof in einem wirklichen Paradies von Nutztieren aller Arten und Blumen aller Farben vom Brunnen bis zur Dachrinne und noch in die Speisen hinein (also nur die Blüten!). Unsere Stimmung hielt sich dann irgendwo zwischen Begeisterung und Rührung und die Gefühle klangen noch lange nach. Der Weg zog sich noch lange hin und in dem kleinen Ort Pfelders hat man uns die Mühe auch angesehen, denn Einer rief spottend vom Rand: "Der Berg ruft!". Ich hatte zu dieser Zeit aber nur den Ruf des Radlers gehört. - So erreichten wir den "Zeppichl", und den hat der Tourismus auch gut erreicht, was aber der Qualität zu Gute kommt.


Am Montag wurde es dann bald richtig alpin, denn es ging zur Stettiner Hütte bis auf 2875 Meter Höhe. Schneefelder waren zu durchqueren, gleich nebenan die Frühlingsblumen zu bewundern. Der Winter hatte gefährliche Schneemassen gebracht, sodaß die Lawinen sich nicht an die gewohnten Wege hielten und die Hälfte der Stettiner Hütte wegrissen, die Trümmer liegen noch im Gelände; in der ganz gebliebenen Häfte Notbetrieb und Notlager für Erschöpfte, die gar nicht weiter können. (öfter haben wir unterwegs gestaunt, welch kleine Kinder über die Berge und durch Wind und Wetter geschleift werden - ob das so immer richtig ist?). Mit "Stettiner Hütte" können die Italiener nichts anfangen. So heißt diese offiziell "Rifugio Francesco Petrarca". Was hat ein Dichter der Renaissance mit einer Alpenhütte zu tun? Da hilft Freund W. aus dem Internet weiter: Dieser Herr hat im Jahr 1336 ausschließlich zu seinem Vergnügen einen fast zweitausen Meter hohen Berg bestiegen und gilt daher als "Der Vater der Bergsteiger" und "Der Begründer des Alpinismus".
Nach einer sehr wohltuenden Rast ging es dann noch ein paar Meter höher zum Eisjöchl und von der Höhe dann ins Fossental hinein. Übernachtet wurde in der Eishof-Alm. Unseren Füßen zuliebe haben wir die letzte Etappe abgekürzt, sind bei Karthaus ins Schnalstal gegangen und haben mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zu unserem Bus gefunden.

Walter und auch H. brachten uns schnell und sicher wieder nach Hause, die Reise schlossen wir in vertrauter Runde am späten Abend in einem italienischen Restaurant in der Weststadt ab; Claudia trug dazu noch ein ganz frisches Dankgedicht an Walter vor. Wir waren uns alle einig: Es war wieder einmal großartig mit dem Alpenverein!


Hans Schlabing

Altmühltal 2014

Auf dem Altmühl-Panoramaweg vom 14. bis 21. 07. 2014

Wieder einmal hatte Walter Hebling sich mächtig ins Zeug gelegt, um mit 22 Mitwanderern vor allem aus dem Singkreis eine scheinbar schon gut bekannte Landschaft in Deutschland zu erkunden: Das obere Altmühltal.
Wir fuhren mit der Bahn von Weinheim nach Gunzenhausen im Frankenland und bezogen dort für eine Woche Quartier im Gasthof Arnold. Jeder Tag wurde in Gunzenhausen mit einer warmen Mahlzeit in wechselnden Lokalen beschlossen.

Der Altmühlpanoramaweg besteht seit 2005 und wurde (für) 2012 zum schönsten Fernwanderweg Deutschlands gewählt. Wie Perlen an der Schnur liegen hier aufgereiht an der etwa 210 km langen Strecke die Sehenswürdigkeiten: kleine und große Ortschaften mit vielen alten Kirchen, geschichtliche Stätten von der Steinzeit bis heute, und vor allem die Landschaft. Die kleine Altmühl hat sich in Millionen Jahren zur Donau hin in Mäandern durch das Gestein gearbeitet, so entstanden Kalkfelsen, steile Hänge mit Wacholderheiden, sanfte, kuppige Zonen und fast ebene Talauen.
Der Weg führt uns mal da- mal dorthin, Wald und offenes Gelände wechseln ständig. Die Markierung ist durchweg sehr gut, Plätze zum Rasten gibt es immer wieder, und auch Gaststätten laden unterwegs öfter zur Einkehr oder Schlussrast ein. Abgesehen von besonderen "Besuchermagneten" und von Kreuzungsstellen mit dem Radweg im Tal haben wir oft über Stunden niemanden getroffen. Ein Wanderführer in Buchform ist unterwegs sicher vorteilhaft, auch Walter hat den seinigen (laut Buchdeckel "schweißfest und wasserabweisend") öfter zur Hand genommen. Wir hatten uns die ersten 120 km bis Kinding vorgenommen, die Wege von und zu den Tagesetappen wurden mit einem kleinen Reisebus zurückgelegt. Der Fahrer ließ es sich nicht nehmen, uns seine Heimat vorzustellen.

Bereits am Anreisetag begann zu Fuß der erste Abschnitt vor der Haustür, durch das Städtchen hindurch – im Pflaster wird der Verlauf des ehemaligen römischen Limes gezeigt - auf die erste Schichtstufe des Fränkischen Jura zu. Diese markante Linie trägt den passenden Namen Hahnenkamm, oben thronen Dorf und Burg Spielberg. Die Burg ist anscheinend nie zerstört worden oder dem Zerfall preisgegeben gewesen und wirkt von Weitem interessanter als aus der Nähe; aber der Skulpturengarten drumherum hatte es uns allen dermaßen angetan, dass wir ihm zu Beginn des zweiten Tages gleich nochmal einen ausführlichen Besuch abstatteten. Der Weg ging weiter im Wald am Hahnenkamm entlang; Bewunderung fand am Waldrand eine Wiese mit blühenden Orchideen (Knabenkräutern). Bald zeigte uns noch der Jura als Gestein sein eigenes Gesicht in Form von zwei "steinernen Rinnen": Das in den Stein eingedrungene Wasser löst den Kalk und gibt ihn zu Tage wieder frei, auf diese Weise baut sich das Gerinne sein Bett immer höher. Eine Pause gab es im Cafe in Wolfsbronn; der Kuchen kam auf einer großen Platte an den Tisch. Schlussrast war in einer urigen Gaststätte in Auernheim.

Der dritte Tag führte uns von dort wieder durch vielfältige Landschaft ins schmucke und gastliche Treuchtlingen, wo wir endlich unsere Altmühl wiedersahen. Im kleinstädischen Ambiente hatten wir eine schöne Rast an "Hannis Kiosk" in der Nähe einer alten Dampflock. Nun war Pappenheim nicht mehr sehr weit; als noch etwa eine halbe Stunde zu gehen war, stürzte Roland und blutete im Gesicht. Er wurde von uns erstversorgt und konnte ohne Probleme aus eigener Kraft Pappenheim erreichen, wo wir vorzeitig vom Bus aufgenommen wurden.

Wir holten am Folgetag die Besichtigung von Pappenheim nach und schlenderten ein Weilchen durch die Altstadt; nach etwa zwei Stunden am Altmühlhang passierten wir die Außenbezirke von Solnhofen, hier grüßen schon die 12 Apostel übers Tal, der Weg führt schließlich am oberen Rand der Kalkfelsen entlang. Im Tal selbst, in Eßlingen, bietet der 13. Apostel seine Gaben an; diesen sprechen Wanderer, Radund Bootsfahrer in der Gartenwirtschaft fleißig zu. - Auch wir haben uns gut gestärkt, denn jetzt ging es wieder bergauf zum Steinbruch Maxberg. Nun zog sich der Himmel zu und schickte uns einige dicke Tropfen; da wir nicht wussten, wie viele es noch werden sollten, strebten wir dem Tagesziel (Mörnsheim) zu.

Am nächsten Tag gefiel uns das alte Städtchen Dollnstein sehr; bald danach ging es wieder längere Zeit über eine Magerwiese am Fuß eines Kalkfelsens. Mittagsrast war dann am Fossiliensteinbruch Blumenberg.
Sehr kurze Zeit nach der Mittagsrast - wir waren noch gar nicht ins Schwitzen gekommen - zeigte sich im Tal Eichstätt. Die Willibaldsburg auf dem Bergsporn über dem Tal stammt noch aus der Zeit, als geistliche und weltliche Macht noch in einer Hand lagen und die Missionerst kurz zurück lag. Für eine kleine Stadtbesichtigung gab uns Walter zwei Stunden frei, und das haben wir auch weidlich ausgenutzt, um die schöne Altstadt mit ihren Kirchen, Bischofspalästen und Bürgerhäuser zu besichtigen. Jede Aufzählung muss hier unvollständig bleiben.

Noch schöner war die Stadt am nächsten Morgen, geschmückt zu Fronleichnam. Bald stiegen wir aber den Berg hinauf, wo uns auf den Feldern die Blumen im Korn begleiteten. In der Nähe von Buchenhüll liegt die Mammuthöhle, hier wurden zahlreiche Tierknochen aus der letzten Eiszeit gefunden. Nach einer Rast auf Treppenstufen und modrigen Baumstämmen ging der Weg hinter Walting vorbei; eigentlich hätten wir auch Rieshofen umlaufen sollen, aber Walter hatte wohl irgendwie eine Wirtschaft ausgekundschaftet – den Gasthof Bauer. Hier haben wir uns wieder ausgesprochen wohl gefühlt bei Speis und Trank.
Der Weg zum Bus nach Pfalzpoint durch die Flussniederung war jetzt nicht mehr weit.

Der letzte Wandertag führte uns über die Gungoldinger Heide und auf die Arnsberger Leite hinauf, ein
hochgezogener Felsrücken mit einer schönen Aussicht. Auf der nächsten Höhe hinter Böhming finden sich im Wald Reste des Limes mit interessanten Erklärungen. An Kipfenberg vorbei mit seiner hochgelegenen Burg erreichten wir schließlich Kinding und genossen die Abschlussrast im Gasthof Krebs. Eher beiläufig warfen noch einige einen Blick auf die Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert. Auch diese Kirche soll bei der Fortsetzung der Tour im übernächsten Jahr noch eingehend betrachtet werden.
Der Tag wurde bei fränkischer Kost, Dank für Walter und seine intensiven Bemühungen sowie einem Ausblick auf die Planungen der nächsten Jahre abgeschlossen. Fast alle haben wir uns immer sehr wohlgefühlt, obwohl gelegentlich sichtlich ein Wermutstropfen in den süßen Wein gefallen war.

Die Rückreise fiel zwei Stunden länger aus, da die DB ihren Fahrplan an diesem Samstag äußerst freizügig und souverän ausgestaltete. Trotzdem fanden sich am Abend zur Sonnwendfeier noch einige Unentwegte zum Singen.

Hans Schlabing


Gardasee 2014

Aktive Wanderwoche vom 03.05.2014 bis 10.05.2014

Viel Begeisterung war von 35 Sektionsmitglieder zu erfahren, die eine Wanderwoche am Gardasee erlebten. Trotz des hohen Alters ist es gelungen, eine so starke Gruppe zu mobilisieren, um sich für eine Maiwoche nach Garda am Südwestufer des Gardasees für Wandern und Kultur zu begeben.
Die langjährige Treue zum Singkreis, die intakte Gemeinschaft und ein angepasstes Programm, das die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer berücksichtigt, macht es möglich immer wieder solche Unternehmungen durchzuführen.
Per Bus ging es samstags über den Fernpass und Brenner zum Hotel Imperial nach Garda, wo uns ein schönes Hotel mit Halbpension und Frühstücksbuffet empfing. Nur 5 Minuten brauchte man um an die Seepromenade zu schlendern und sich an einem Eis zu laben. Der Garten war mit Swimmingpool ausgestattet, die Zimmer angenehm, und dann war noch eines Abends ein Gala-Dinner ein weiterer Höhepunkt.

Gleich nach dem Ankunftstag war Malcesine unser Ziel, das mit dem Monte Baldo ein starker Anziehungspunkt war. 2 Gruppen machten sich auf den Weg um Landschaft und die Stadt zu erkunden. Zur Monte Baldo Bergstation steht seit einigen Jahren eine moderne Kabinenbahn zur Verfügung, die sich im 2. Streckenabschnitt während der Fahrt einmal um die eigene Achse dreht und somit die Blicke für jeden Berg-/ Talfahrer in alle Richtungen frei gibt.
An der Bergstation auf 1752m angekommen landeten wir fast im tiefen Schnee, zumindest war das angepeilte Ziel, den Cima Valdritta mit 2218m zu besteigen, durch den kräftigen Neuschnee, der in den letzten Tagen gefallen war, nicht machbar. Eine Wanderung in nördl. Richtung entschädigte uns mit sagenhaften Blicken auf den See, besonders aber nach Riva del Garda und die gesamte dahinterliegende Bergwelt. Die andere Gruppe erkundete zu Fuß die Stadt mit ihren engen Gassen und besonders das Castello, eine Scaliger Burg, von der einzigartige Blicke auf See und die ganze Umgebung möglich waren.

Trento, zu deutsch Trient, war das Ziel für den nächsten Tag, an dessen Stadt man oft auf dem Weg nach Süden vorbei fährt. Bekannt durch das Trienter Konzil, das Mitte des 16. Jh. stattfand und durch die österreichisch - ungarische Zeit im 18./19. Jh fanden wir eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten vor. Unser Rundgang begann am Dom mit dem ehemaligen Bischofssitz Castelletto dei Vescovi, dem Neptunbrunnen, um dann, vorbei an vielen Palazzi mit Wandmalereien zum Schloss Castello Buonconsiglio zu kommen. Der Nachmittag war dem Tennosee und Canale, dem Künstlerdorf bestimmt, das mit der Wanderung vom Tennosee aus erreicht wurde. Die Heimfahrt über Riva del Garda und am Ostufer des Seee entlang war mit einmalig schönen Blicken übersät.

Den Ledrosee, mit seinem grünlich schimmernden Wasser, kannten einige noch von unserer Sektions-Jubiläumsfahrt aus dem Jahre 2006. Bei der Umrundung wurden viele Erinnerungen von der damaligen Tour ausgetauscht, ebenso stellten sich nach der Weiterfahrt an den Tobliner-See Erinnerungen an den Klettersteig: Rino Pisetta ein, den einige aus der Gruppe in früheren Jahren bestiegen haben.

Die Tagesfahrt nach Venedig mit Besichtigung war dank der guten Vorbereitung eine runde Sache. Am Markusplatz angekommen, teilten wir uns in mehrere kleine Gruppen auf, die jede für sich nutzte um Venedig zu erobern. Neben Teilnehmern die Venedig bereits kannten, waren auch noch Unbedarfte dabei, die sich einer größeren Gruppe anschlossen. Pünktlich um 16:00 Uhr waren alle wieder an Bord des Schiffes um über den Seeweg zum Bus-Parkplatz zu gelangen. Nach 2 Stunden Fahrzeit hatte wir unser Hotel am Gardasee erreicht.

Den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhetag unseres Busses nutzten wir, um mit dem öffentlichen Bus Verona einen Besuch abzustatten. Wiederum mit Beschreibung und Stadtplan bestückt, war Verona mit Arena, Casa di Giuletta - das Haus von Romeo und Julia, der Piazza dei Signori mit dem imposanten Markt, einige der vielen Kirchen, dann ein Stück an der Etsch entlang, ein Besuch wert. Auch da konnte man sich wunde Füße laufen.

Dem südlichen Teil des Gardasees mit Sirmione und Brescia galt der Abschlusstag. Die Wasserburg der Scaliger war der Blickfang auf der 4 Km in den See ragende Halbinsel. Eine Rundumsicht vom 30m hohen Turm, ein Bummel durch enge Gassen mit schicken Einkaufsläden, herrliche Paläste mit Gartenanlagen und eine römische Villa bot sich auf dem Gang durch Sirmione an. Der wenig vom Tourismus eingenommene Stadt Brescia galt der Nachmittag. Sie kann auf eine ähnliche Geschichte wie Verona zurückschauen und beherbergt viele Zeugnisse aus vergangener Zeit. Bei der kurzen Visite konnte man die beeindruckende Rundkirche aus dem 11. Jh., die Rotonda, dann den Dom, und die verschiedenen Plätze mit ihren Palästen und Laubengängen aufsuchen. Besonders eindrucksvoll war der Stadtpalast mit seiner Renaissancefassade aus Venezianischer Zeit und den herrlichen Deckengemälden im Innern.

Schnell waren die Tage in Garda vergangen und die Heimreise über den Brenner mit einem Blick in das neue Alpenmuseum wurde angetreten.

Mein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmern, die mit großer Disziplin und Pünktlichkeit an diesem Unternehmen teilgenommen haben.
Euer Walter

Ultental 2013

Der Singkreis im Ultental/Südtirol vom 12.10.2013 bis 19.10.2013

Das Ultental ist eines der ältesten besiedelten Täler Südtirols. Viele Wanderwege, uralte Bauernhöfe die sich an steile Hänge klammern, Bergseen, gepflegte Bergwiesen, und urige Almen, können in dieser einzigartigen Landschaft erkundet und bewundert werden. Aus kultureller Sicht sind die Orte St. Pankraz, St. Walburg (der Hauptort Ultens), St. Nikolaus sowie St. Gertraud von besonderer Bedeutung.
Mit bester Laune starteten wir am Samstag den 12. Oktober, mit 2 Kleinbusse für 1 Woche nach Südtirol. Am späten Nachmittag erreichten wir das Selbstversorgerhaus „Gruebhof“, (ca. 900 m ü.M.), wo uns der Hofwirt Franz Berger erwartete. Er informierte über die klimatischen Bedingungen und darüber, dass es vor wenigen Tagen unerwartet viel geschneit hatte.

Planmäßig ging es am nächsten Morgen, auf den „Marlinger Waalweg“. Die sogenannten „Waale“, ein Jahrhunderte altes Bewässerungssystem, das besonders im Vinschgau anzutreffen ist. Eine Eingehtour zwischen Weingärten, Apfelplantagen und Kastanienbäumen von Lana nach Töll stand auf dem Programm. Die Etsch und Meran im Tal, etwas höher gelegen die Orte Dorf Tirol, Algund und Partschins waren zu erkennen, doch die Berge darüber waren noch wolkenverhangen.

Der 2. Wandertag sollte etwas anspruchsvoller werden. Walter Hebling wollte uns auf die Naturnser Hochwart 2608m führen, ein Bergrücken mit großartiger Aussicht, der zwischen dem Vinschgau und dem Ultental liegt. Doch schon auf halber Höhe lag der erste Schnee und eine besorgte Bäuerin meinte: „net dass ma euch dann mit der Bergrettung hole muss“, veranlasste uns zum Kurswechsel. Es wurde Pawigl, das sonnenverwöhnte Bergdörfchen angesteuert, das mit seinem Kirchlein St. Oswald eine kulturelle Alternative bot.
Für den Abend war eine Einkehr zur „Leachn“ Hofschenke (1.340 m ü.M.) bei Anni und Hermann, vorgesehen. Die Hofschenke liegt unterhalb der Guggenberger-Alm und ist bekannt für Spezialitäten der eigenen Lammhaltung. Wir verbrachten in der Hofschenke einen recht gemütlichen und fröhlichen Abend. Das Essen (Lamm- oder Kalbsbraten) war köstlich, der Landwein schmeichelte unsere Kehlen und erweichte das Gemüt, sodass Walter Hebling noch zum Abschluss aus seinem Repertoire ein passendes Lied anstimmte.
Anni war so begeistert, dass sie uns beim Übergang von Strophe zu Strophe mit einem Jodler begleitete. In der Dunkelheit und mit Hilfe von Stirnlampen machten wir uns auf den langen Heimweg zu unserm Quartier.

Meran, die Metropole des Vinschgaus, war Ziel des folgenden Tages. Bei wolkenlosem Himmel ging es durch den Kurgarten von Meran zum Tappeinerweg, einem der schönsten und eindrucksvollsten Wege in Südtirol. Traumhafte Blicke in den Vinschgau, die frisch verschneiten Gipfel der Texelgruppe, und die mediterane Umgebung ließ diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis werden. Der Wanderweg führt weiter über den Algunder Waalweg, danach am Schloss Thurnstein vorbei zur Pfarrkirche St. Peter. Dieser Sakralbau birgt Fresken aus der romanischen Stilepoche und Malereien aus vorgotischer Zeit. Zurück ging es an Schloss Tirol vorbei nach Dorf Tirol, wo der öffentliche Bus stand und uns nach Meran brachte.
Die herrlichen und unzähligen Ausblicke über die Stadt Meran und den ganzen Talkessel bereiteten uns einen wunderschönen Tag.

Eine Wanderung entlang des Ultentals war am nächsten Tag angesagt. Von St. Walburg ging es an den Hängen des Tales entlang; die Blicke streiften über den Zoggler-Stausee, die Bauernhöfen an steilen Hängen und die herbstlich gefärbten Bäumen, bis St. Nikolaus erreicht wurde.

Am fünften Tag in das Schnalstal. Der Vorschlag kam von Christa und Günter Sommer, die schon seit Jahren diese Gegend bereisen. Ein wunderschöner Wanderweg führte uns vom Vernagt-Stausee zum sogenannten Finailhof (1973 m ü.M.), aus dem 12. Jh. Es handelt sich um einen der höchstgelegenen Kornhöfe Europas. Die schmucke Bauernstube glich einem Museum und die angepriesenen Spezialitäten machten uns neugierig. So konnte man eine „Schnalser Schneemilch“ verköstigen. Der Rundweg führte über das Stausee-Ende zum Parkplatz. Eine kurze Busfahrt nach Kurzras schloss sich an, wo die umliegenden 3-tausender Berge zu sehen sind.

Die letzte Tagestour ging nach St. Gertraud (1.591 m ü.M.) im hinteren Ultental. Beim Aufstieg zum Weißbrunnsee 1.900 m erlebten wir eine atemberaubende, buntgefärbte Landschaft mit steilen Hängen und Bergwiesen. Die goldene Färbung der Lärchen hatte hier zaghaft begonnen. Der Weg bis zum See war teilweise verschneit, vereist oder man musste über umgestürzte Bäume klettern.
Nach der Mittagspause gingen 9 Wanderer den gleichen Weg nach St. Gertraud zurück mit der Option, bei den Ur-Lärchen (2000 jährige Lärchen) vorbei zu schauen. Der Rest der Gruppe entschied sich, den Rückweg über die Tuferalm 2.126 m zu nehmen. Nach steilem Abstieg durch Schnee und unzählige Hindernisse wurde der Kleinbus in St. Gertraud erreicht.
Am Gruebhof angekommen, empfing uns ein verlockender Duft vom Abendessen. Erschöpft, glücklich und zufrieden konnten wir uns an den gedeckten Tisch setzen.

Eine unvergessliche Wanderwoche im Ultental ging zu Ende. Als sich am späten Abend der Hofwirt von uns verabschiedete sagte er: „seit Jahren die aktivste Wandergruppe“!
Und das verdanken wir, ohne Zweifel, Walter Hebling, der sich nie scheut, die sicherlich mühevolle Planung und Durchführung der Touren zu übernehmen. Dafür ein großes Dankeschön und ein Vergelt's Gott.
Letztlich bleibt uns noch der Trost, so wie ein Sprichwort sagt: „Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt“. Und das „Häusl am Stoan“ suchen wir das nächste Jahr auf und wenn wir es gefunden haben, gehen wir zum „Törggelen“ und danach singen wir ein Lied, oder auch zwei.


Oktober 2013

U-M.S.

Allgemeine Hinweise

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