Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V.

Programm und Veranstaltungen des Vereines

Sie befinden sich in Rubrik Singkreis

Da wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, ...

Singkreis stellt sich vor

Eine Liebeserklärung an die Berge und die Musik gleichermaßen - das ist die Grundidee des 1980 gegründeten Singkreises in unserer Sektion.
Bei uns sind alle Mitglieder willkommen, die ihre Begeisterung Bergsteigen mit der Freude am Singen verbinden wollen. Ohne Ansprüche an Professionalität und Musikalität singen wir – mit der Gitarre begleitet – neue und alte Lieder von Bergen und Jahreszeiten in ein- oder mehrstimmiger Weise.
Das Singen, das den Alltag vergessen lässt, frischen Schwung und ein Stück Lebensqualität vermittelt, sind die Attribute unserer Gruppe.
Einmal im Monat, dienstags um 17:30 Uhr treffen wir uns in der Jakobshütte. Hier ist Zeit zum kleinen Plausch und zum Kennenlernen. Eine Ergänzung zum Singen sind die Touren, die den Singkreisteilnehmern angepasst in verschiedene Regionen und Höhen führen.
Übrigens: "Ich kann nicht singen" – dieser Satz gilt nur für ganz wenige Ausnahmen.

Walter Hebling

Ansprechpartner


Walter Hebling

E-Mail: whebling@web.de
Tel.: 06201 389066



 

 

Singkreis

Wir treffen uns in der Regel am dritten Dienstag des Monats in gemütlicher Runde
zum Singen, Plaudern und Erzählen.

Terminvorschau 2018

Datum

Veranstaltung

16. 01.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

20. 02.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

20. 03.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

17. 04.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

15. 05.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

19. 06.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

23. 06.

Sonnwendfeier ab 19:00 Uhr

17. 07.

Grillfest ab 18:00 Uhr
mit von Euch mitgebrachten Salaten u.a.

25.09.

 

Terminänderung, 4. Dienstag im Monat
Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

16. 10.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

10. 11.

Winterfeier ab 18:00 Uhr

20. 11.

Singkreis  18:00 Uhr / Jakobshütte
(ab 17:30 ist die Hütte zum Plausch geöffnet)

18. 12.

Adventsingkreis
mit edlen Adventsschmankerln

Traumhafte Wanderungen beim sonnigen Wetter


Wanderwoche im Alpbachtal, September 2018

Traumhafte Wanderungen beim sonnigen Wetter erlebten 6 Mitglieder des Sinkreises unter der Leitung von Walter Hebling im Alpbachtal.
Das Alpbachtal, ein Seitental vom Inntal und parallel zum Zillertal gelegen, gab uns ausreichende Gelegenheiten tolle Touren zu erwandern.
Als Standort wurde ein gut ausgestattetes Ferienhaus in Reith (637 m) im Alpbachtal in Selbstversorgung aus= gesucht. Von diesem Domizil hatten wir sagenhafte Blicke in Inntal, Karwendel und Rofangebirge.


Dem Reither Kogel 1336m, dem Hausberg von Reith, galt der erste Wandertag. Als Rundwanderung geplant, ging es über den Ort St. Gertaudi, zum Aussichtpunkt „Spitzer Köpfel“ mit Blicken ins Zillertal, danach mit herrlichen Panoramablicken begleitet steil aufsteigend zum Gipfel. Auf der Alpbachseite führte der Weg hinab nach Reith. Für den ersten Tag, der über 850 Höhenmeter und 13 km Länge ging, waren schon Kondition und Ausdauer gefragt.

Beim stabilen Schönwetter wurde am 2. Tag die Wandertour auf das Wiedersberger Horn (2127m) unternommen. Von der Seilbahnbergstation Hornboden (1850 m) führt ein gut ausgebauter, zum Teil felsiger Steig auf den Gipfel (2127m). Herrliche Ausblicke in die umliegende Alpenwelt und die Täler von Alpbach- und Zillertal waren uns gegönnt. Ein unvergessliches Naturerlebnis auf dem Höhenweg in Richtung Sagtaler Spitze waren die fantastischen Blicke auf weitläufige Flächen von Alpenrosen und Heidelbeeren, die kilometerlangen Bergflanken herbstlich in ein flimmerndes Rotbraun färbten. Der Abstieg erfolgte über die Moser Baumgartenalp zurück zur Bergstation.

Am Entspannungstag, verbunden mit Kultur, ging es in die Wolfsklamm bei Stans, eine vom Stallenbach durchrauschte Schlucht mit wildromantischen Wasserfällen. Sie ist mit 354 Stufen und überhängenden Wegabschnitten ausgestattet und führt hinauf in Richtung Kloster Georgenberg, das aber wegen Renovierung leider geschlossen war. Das nächste Highlight war das Schloss Tratzberg, das zu den schönsten Schlössern in Tirol zählt. Der Abschluss war bei einem Rundgang im mittelalterlichen Rattenberg.

Weiterer Höhepunkt der Wanderwoche bot die Tour auf die Rofanspitze, die mit 2259m der dritthöchste Gipfel im Rofangebirge ist. Im Westen wird das Rofangebirge vom Achensee begrenzt, im Süden liegt das Inntal, im Norden geht der Blick nach Oberbayern. Von der Bergstation der Rofanseilbahn 1834m, die das Wandergebiet erschließt, geht es an der Erfurter Hütte vorbei, über Grubascharte (2102 m) mit dem Blick zum Grubasee auf die Rofanspitze, die tollen Ausblicke in die schroffe Bergwelt gestattet. Beim Abstieg, vorbei an Spieljoch und Seekarspitze in dem steilen, teilweise gesicherten Gelände, begleitete uns zur Erfurter Hütte die herbstliche Färbung der Bergwiesen.


Genauso eindrucksvoll wie die Besteigung der Rofanspitze war die Tour zur Olpererhütte, die ein Werbeslogan "2.389 m über dem Alltag" trefflich beschreibt. Die Olpererhütte, eine DAV Schutzhütte der Sektion Neumarkt in der Oberpfalz, liegt inmitten imposanter Berggipfel der Zillertaler Alpen. Auf der Mautstraße fährt man bis zum Schlegeisspeicher (1795 m). Die Rundtour geht vom See auf dem Neumarkter Weg durch Latschen auf stetig ansteigendem Pfad zum Hochgebirgswanderweg zum Unterschrammachkar (2300 m), der aus eindrucksvoll angelegten Felsenblöcken besteht und zur Olpererhütte fürth. Herrliche Ausblicke auf die Gletscherriesen des Zillertaler Hauptkamms mit Großer Möseler, Hochfeiler und Hochferner sowie auf den tief liegenden Schlegeisspeicher ließen uns immer wieder über die wunderschöne Natur staunen. Der direkte Weg hinab zum Parkplatz am Schlegeisspeicher rundete die Bergtour ab. Die Heimfahrt durch das langgezogene Zillertal erlaubte immer wieder eindrucksvolle Blicke auf kleine Ortschaften und Landschaft.
Zum Abschluss der Wanderwoche ging es am letzten Tag nach Pertisau am Achensee. Dem Uferweg entlang verbunden mit dem Abstecher zum Ebener Blick war dann an der Gaisalm die Wanderung zu Ende. Eine Schifffahrt auf dem Achensee nach Pertisau schloss der Wandertag ab.

Mit vielen Erinnerungen an die Natur, der herrlichen Bergwelt, der tollen Gemeinschaft, und dem Dank an den Organisator, verließen wir über Innsbruck, Garmisch und Augsburg unser Wandergebiet.

Heidrun Hackspacher und Elisabeth Schneider

Frühlingserwachen im Allgäuer Voralpenland


Eine 4 Seen Landschaft: Weißen-, Hopfen-, Forggen- und Alatsee, April 2018

Umweltbewusst mit dem Zug startete Anfang April eine Wandergruppe von 22 Teilnehmern des Alpenvereins Sektion Weinheim nach Zell in die Nähe von Füssen. Das Wetter versprach für die ganze Woche frühlingshafte Temperaturen, so dass die von Walter Hebling bestens vorbereiteten Wanderungen zu einem vollen Erfolg führten.
Noch am Tag der Ankunft im Hotel trieb es vereinzelte Gruppen zum Erkunden der näheren Umgebung aus dem Haus, ehe das Abendessen eingenommen wurde.


Die erste Route führte am Sonntag bei Kaiserwetter ans Wasserschloss in Weizern, weiter über die Schlossbergalm zu den beiden Ruinen Eisenberg und Hohenfreyberg zum Schweinegger-Weiher. Die fantastischen Blicke hinüber zu den Tannheimer Bergen und dem Ammergebirge, die noch mit Schnee bedeckt waren, beeindruckte die Wandergruppe besonders. Im Wasser des Schweinegger-Teiches konnten zahlreiche Krötenaktivitäten beobachtet werden.

Montags verlief die Wanderung auch wieder vom Hotel aus in südliche Richtung zum Westende des Weißensees. In Oberkirch bestaunte man die schöne Nikolauskapelle aus dem 14. Jahrh., ehe der Rundweg um den Weißensee eingeschlagen wurde. Bemerkenswert ist eine enge und niedrige Stelle in der Felswand, das sogen. Felsentor, welches man durchsteigen musste. Zum Abschluss der Tagestour fand man sich in Füssen ein. Als Wahrzeichen der Stadt steht das beeindruckende „Hohe Schloß“ auf einer Anhöhe, ehemaliger Sitz der Fürstbischöfe von Augsburg.

Ausgangpunkt der Wanderung am nächsten Tag war der Hopfensee. Etliche Holzfiguren wie Wichtelmänner oder Pilzköpfe auf abgesägten Bäumen begleitete die Wanderer bei der Umrundung. Vom Hopfensee aus ging es hinüber zum Forggensee, der nur ein braunes Flussbett hatte – er war abgelassen und wird erst wieder im Juni befüllt. Die Tagestour endete in Füssen, wo der öffentliche Bus zur Heimfahrt bereitstand.

Tags darauf ging es gleich nach Füssen. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung wanderte die Gruppe flussaufwärts zum Lechfall, weiter über den Alpenrosenweg zum Alpsee, der die ersten Blicke zum Schloss Hohenschwangau freigab. Das Schloss Neuschwanstein sollte noch besucht werden, doch war der Touristenandrang so groß, dass das Zurückfahren nach Füssen bzw. Zell zum Hotel vorgezogen wurde.


Per Bus wurde am nächsten Tag Pfronten angefahren. Von hier erfolgte der Aufstieg zur Burgruine Falkenstein, die als höchste Burg Deutschlands mit 1268 m auf einem Felsen steht. Herrliche Blicke begleitete die Besucher zu den Tannheimer Bergen, ins Vilstal und in das Voralpenland. Eine besondere Herausforderung war die anschließende Überschreitung von „Einer- und „Zwölferkopf“ auf dem Zirmgrat, der dann hinab zum Alatsee führt, bekannt vom Kluftinger-Roman „Seegrund“. Über den Weißensee und Füssen wurde der Rückweg angetreten.

Am letzten Tag, als Kulturtag deklariert, besuchte die Gruppe Kempten, die neben Trier und Köln zu den ältesten Städten Deutschlands zählt. Neben der einmalig schönen Altstadt mit dem Rathaus aus dem 14. Jahrh., als Kornschranne erbaut, und dem historischen Brunnen, eingerahmt von schönen Patrizierhäusern steht am Ende der Rathausstraße die gotische St. Mang-Kirche aus dem 15. Jahrh. mit dem St. Mang-Brunnen von 1905 im Jugendstil. Außerhalb der Kernstadt wurden die Basilika St. Lorenz aus dem 17. Jahrh. und die Residenz der Fürstäbte von Kempten besichtigt. Die Residenz (1651) mit der Ausstattung des Festsaales ist ein Höhepunkt des bayerischen Rokoko.

Eine sehr schöne Wanderwoche ist leider vorbei, die mit tollen Strecken bei herrlichem Wetter noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ein besonderer Dank gilt der Fam. Kössel vom Burghotel Bären für die gute Verpflegung und Unterbringung sowie dem freundlichen Personal.

Peter Jourdan


Runder Geburtstag von Helga


Zu Ehren für Helga Haag, die sowohl 50 Jahre Mitglied in unserer Sektion ist, zu den Gründungsmitglieder unseres Singkreises zählt und nun noch auf einen runden Geburtstag zurückblickend, sei hier mit großer Freude zum Ausdruck gebracht.

Eine liebenswerte Persönlichkeit, dem Singkreis treu und oft auf Touren mit dabei - so kennen wir sie. Überrascht hat sie uns durch drei auswendig gelernte, gekonnt vorgetragene Gedichte und überzeugte wieder von ihrer geistigen Frische und Aufgeschlossenheit.
Eines von diesen Gedichten ist hier zum Nachlesen aufgeführt.

Ein ganz herzlicher Dank von allen Singkreisleuten sei Dir, liebe Helga, entgegengebracht, dass Du uns noch weiterhin begleitest und durch Deine Anwesenheit, Deinem frischen Singen und Deinen so hervorragenden Beiträgen erfreust.

Für den Singkreis
Walter Hebling


Träume im Alter

Mit siebzig hatte ich noch Pläne,
sie wurden längst verweht vom Wind,
das Schicksal hobelt, und die Späne
zu einem Berg geworden sind.

Jetzt bin ich zwar nicht viel gescheiter,
doch wuchs die Demut mit der Zeit,
sie ward mein freundlicher Begleiter
nur fehlst mir an Beschaulichkeit.

Ich werde meinen Schöpfer fragen,
ob er mir noch ein Weilchen gibt,
auch sei ich, das will ich ihm sagen,
in seine Erde so verliebt.

Das würde ich noch gern genießen,
und täte alles was er will:
Zehn Frühlinge die Blümchen gießen.
Wenn er mich lässt – ich halte still.

Wenn ich dann 90 zähle
und er sagt: Mädchen komm, `s ist Zeit!
Ja, dann polier ich meine Seele
und nehm den Zug nach Ewigkeit.

Fest hoffend auf des Himmels Segen,
nähm ich dann Platz, der mir parat,
doch hätte ich auch nichts dagegen,
wenn dieser Zug Verspätung hat.

Das Rhonetal, eine selten erwanderte Ecke


Auf Wanderwegen im Rhonetal oberhalb von Sion, September 2017

Samstag 09.09.17
Die Stimmung im Kleinbus war entspannt und fröhlich, als die Bergwandergruppe um Walter Hebling von Weinheim ins Wallis aufbrach. Mit von der Partie waren Christine Kränkel, Claudia und Karl Lörsch, Heidi Schmitt, Elisabeth Schneider. Dr. Klaus Zöllig sollte am Zielort noch zur Gruppe stoßen. Gegen 16:00 Uhr war das Ziel, die 1233m hoch am Nordhang über Sion gelegene Ortschaft Veysonnaz erreicht. Das angemietete, geräumige Chalet ward rasch bezogen und das Traumpanorama auf Sion und das Rhonetal steigerte die eh schon gute Stimmung und lies die Vorfreude auf die kommenden Tage anwachsen.

Sonntag 10.09.17
Der Wettergott meinte es gut und so wanderte zum „Einlaufen“ die Gruppe von Plonchouet entlang eines uralten Suonenweges. Dieser Chemin de Bisse (Weg der Wasserleitung) folgt dem Lauf der hölzernen Wasserleitungen, die dem durch Föhn ausgetrockneten Land über viele Kilometer das lebenswichtige Wasser zuführen. Es gibt hunderte solcher Leitungen im Wallis. In etwa 1400 m Höhe schlängelte sich der Weg am Fuße des M. Montset entlang bis Vaysonnaz. Herrliche Panoramen ins Rhonetal boten sich den Teilnehmern der Wanderung. Nach dem Kaffee stand am Nachmittag die Besichtigung der alten Bischoffsstadt Sion/Sitten mit der schönen, an architektonischen und historischen Gebäuden reichen Altstadt auf dem Programm. Ein Kaffee in einem der zahllosen Straßencafés beendet den Rundgang.


Montag 11.09.17
Schon um 08:00 Uhr begann Fahrt nach Chamonix. Über Martigny führte der Weg 42 km durch enge Täler und kurvenreiche Pässe nach Chamonix. Wir hatten Glück und der Mont Blanc war für etwa eine ½ Stunde nicht wolkenverhangen und zeigt seine schneebedeckte Spitze. Tolles Panorama auf Aiguille du Midi und den Mont Blanc. Mit der Seilbahn ging es hinauf zur Mittelstation La Flégère. Von dort steigen wir auf zum Lac blanc. Erschreckend deutlich wird aus dieser Höhe die Gletscherschmelze in den Tälern unter uns. Das Wetter schlägt um und heftiger, kalter Wind treibt uns zur Rast in die Hütte auf 2352 m. Nach Omelette und Tee beginnt der Abstieg zurück zur Mittelstation. Zurück im Tal besuchen wir noch das Zentrum des umtriebigen Städtchens Chamonix. Wir bummeln durch die Innenstadt und sehen die Denkmale der Erstbesteiger des Mont Blanc. Nach unauffälliger Heimfahrt erfährt der Schreiber des Berichtes, dass er als absoluter Nichtkoch zum Küchendienst eingeteilt ist und ausgerechnet „Kaas-Spatzen“, die er widerlich findet, zubereiten soll. Mit Heidi Schmitts und Elisabeth Schneiders Hilfe gelingt das Kunststück und der Abend ist gerettet.

Dienstag 12.09.17
Wetter erstaunlich gut. Passend zum heutigen Geburtstag von Heidi Schmitt. Nach Frühstück und Gratulationskur brechen wir auf zum 60 km entfernten Lac de Dix. Es handelt sich um einen See, der durch den schwersten Staudamm Europas, erbaut 1964 in einer inzwischen veralteten Bauweise, aufgestaut wird. Das Bauwerk erschlägt, wenn man sich vom Tal der kolossalen Staumauer nähert. 3,5 Mio. cm3 Wasser, gespeist aus 4 Gletschern. Was werden die Schweizer in einigen Jahren machen, nach der kompletten Gletscherschmelze? Wir quälen uns fast 200 m hoch zur Staudammkrone. Dann folgt, mal von wabernden Nebelschwaden umhüllt, mal mit beeindruckenden Panoramen belohnt, die Wanderung entlang des Stausees. Nach einer kraftspendenden Rast geht es entlang des Uferweges durch tropfnasse Tunnel zurück zum Ausgangspunkt. Steaks mit Kartoffel belohnen die Heimkehrer im Chalet.


Mittwoch 13.09.17
Über Brig geht’s nach Fiesch. Mit der Gondel auf die Fiescher-Alm (2212 m) und im Nebel weiter mit der Gondel auf 2869 m zur Bergstation Eggishorn.
Nebel und starker Wind empfangen unsere Gruppe. Und dann reißt kurz der Nebel auf und wir können den Aletsch-Gletscher mit seinen charakteristischen Doppelstreifen life inklusive eines Regenbogens bestaunen. Die Sicht reicht bis zur Concordiaplatte. Dann Abstieg über felsigen Hang, später über Almpfade zur Gletscherhütte. Nach kurzer Rast mit Eisenhut-Tee geht’s hinunter zum Märjelensee und über gletscherpolierten Fels hinab bis zur Platta (2360 m).
Wir sind überwältig von den ungeheuren, im Sterben liegenden Eismassen. Nach Durchschreiten des 1,5 km langen, neuen Tunnels folgt der bequeme Abstieg zur Fiescher-Alm auf breiten Almwegen.
Nach Ankunft in Fiesch besuchen wir noch Ernen, einen an einem Südhang gelegenen Ort mit schönen, alten Holzbauernhäusern im Walliser Stil. Nach Maultaschen und abendlichem Geplauder herrscht ab 22:00 Uhr Hüttenruhe.

Donnerstag 14.09.17
Das Wetter ist umgeschlagen. Schwere Regenwolken und Hochnebel hängen über dem Tal von Sion. Das hält aber die Schweizer Kunstflugstaffel nicht davon ab, mit ungeheurem Lärm halsbrecherische, akrobatische Flugmanöver zu üben für die bevorstehenden Schweizer Flugtage. Wir bestaunen von unserer Terrasse die Loopings, Sturz- und Formationsflüge. Ab 10:30 Uhr beginnen wir eine Wanderung zur Thyon-Spitze. Auf halber Höhe beginnt der vorhergesagte Dauerregen. Wir beenden den Aufstieg und wandern auf einem Höhenweg Richtung Les Collons und von dort weiter entlang dem Suonenweg Chemin de Vex zurück zum Chalet. Völlig vom Regen durchweicht, genießen wir die heiße Dusche im Chalet. Auch das anschließende gemeinsame Kaffeetrinken hebt die Stimmung wieder. Spätnachmittags wieder bestes Wetter.

Freitag 15.09.17
Swiss Meteo hatte Superwetter vorhergesagt und die Vorhersage traf zu. Stahlblauer Himmel von Pol zu Pol. Mit dem Kleinbus geht es über Sierre (575 m) auf schwindelerregend kurvigen, engen Straßen hoch in das Val d`Anniversaire bis zum Skiort Grimenz (1555 m) und weiter auf einer noch schmaleren Straße hinauf zum Parkplatz am Stausee Lac de Moiry (2249 m). Wir begeben uns auf die Umrundung des Sees, da der Höhenweg durch Schnee und Eisbildung zu gefährlich erscheint. Türkisfarbener See und traumhafte Panoramen belohnen uns. Schneebedeckte Gipfel von fast 3000 m glitzern in der Sonne. Am kleinen Gletschersee Lac de Glacier, zu Füßen des Glacier de Moiry und des Couronne de Bréona (3159) rasten wir und wärmen uns in der Mittagssonne. Zurück an der Staumauer geht es dann in das nur 6 km entfernte Zinal im Nachbartal. Dort lädt uns Heidi als Dankeschön für ihre „sooo schöne“ Geburtstagsfeier in das Restaurant La Ferme zu Kaffee und Kuchen ein.
Das war ein super Wandertag als Abschluss der Woche im Wallis. Abends serviert Claudia mit Unterstützung von Ehemann Karl einen Kasseler-Braten mit Rotkraut. Die Stimmung ist bestens und die anschließende Schnaps- und Likörverköstigung (Apricot-Schnaps und -Likör sowie Limoncello) steigern diese noch. Erst um 23:30 kommt die Hüttenruhe zu ihrem Recht.
Eine tolle Bergwander-Tour kombiniert mit einer Gourmet-Tour. Herz, was willst mehr.

Samstag 16.09.17
Nach dem Beladen des Busses begann die Heimreise, diesmal über die Autoverladung nach Kandersteg. Nach einer ausgedehnten Pause in Thun bei sehr schönem Wetter ging es heimwärts.
Walter hat uns wieder eine wunderbare Tour geboten. Er war unermüdlich im Einsatz, uns zu den verschiedenen Wanderzielen zu fahren, dafür unser ganz herzliches Dankeschön!

Sept. 2017 Dr. Klaus Zöllig



Bergwanderwoche mit dem Singtreff des Alpenvereins Weinheim


Berner Oberland vom 06.08.2016 bis 13.08.2016

Dem Alltag entfliehend brach eine Gruppe von neun Teilnehmern unter der kundigen Führung von Walter Hebling ins Berner Oberland auf. Das City Chalet in Interlaken am Aarekanal gelegen, zwischen Brienzer- und Thunersee war unser Domizil, von dem auf kurzen Wegen sowohl der Altstadtkern, aber auch das mondäne Interlaken mit den noblen Hotels zu erreichen war.

Nachdem die Zimmer bezogen waren, folgte bei einem Kaffee eine nette Begrüßungsansprache vom Walter Hebling, ehe wir zum Rundgang durch Interlaken aufbrachen. Die Damen der Tourist Information geizten nicht mit Tipps und Anregungen. So konnten wir die vielen Tandem-Gleitschirmflieger, die bis zum späten Abend durch die frische Bergluft vom Harder Kulm mitten in die Stadt segelten, bewundern. Auffallend waren die vielen arabischen (viele Frauen total verschleiert) und asiatischen Touristen, die Interlaken bevölkerten. Aus etlichen Gasthäusern roch es nach orientalischen Gerichten, die auch gut mit Gästen gefüllt waren.
Sonntag und Urlaub, ein gutes Gefühl!

Die Zahnradbahn zum Harder Kulm brachte die Gruppe sonntags auf 1322m. Es lockt eine Aussichtsplattform mit freier Sicht auf Interlaken, den Thuner- und Brienzersee sowie ein grandioser Blick ins Lauterbrunnental, auf die Berge um das Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau.
Dem Trubel entrinnend, das Ziel vor Augen zog es uns entlang dem Harder-Grat, in Richtung Augstmatthorn 2137m. Immer wieder gibt der Wald den Blick nach Süden zum Brienzersee und die schnee- und eisbedeckte Bergwelt frei. Beim Abstieg nach Niederried erfuhren wir ein intensives Knie- und Oberschenkeltraining. Mit der Bahn ging es zurück nach Interlaken.


Am Montag zog es uns nach Grindelwald. Von Grindelwald-Grund 943m ging es per Kabinenseilbahn zum Männlichen 2227m. Ein stetiger Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau begleitete uns bis zur Kleinen Scheidegg. Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein zum Alpiglen 1615m. Nach einer Rast fuhr uns die Bahn zurück nach Grund. Die Stimmung war sehr gut, der Tag klang sanft aus.

Bei leichtem Regen am Dienstag besuchten wir das Simmental mit den schönsten Bauernhäuser. Viele reich verzierte repräsentative Holzhäuser konnten wir bestaunen. In Erlenbach ist die Kirche, deren Wände reich mit Fresken ausgestattet sind, zu erwähnen. Über Zweisimmen ging es nach Thun, deren Innenstadt einen Querschnitt durch Jahrhunderte Schweizer Architektur erlebbar macht.

Zwischen Meiringen und Innertkirchen befindet sich die Aare-Schlucht, die am folgenden Tag des Wetters wegen besucht wurde. Der Weg führt entlang an tosenden Passagen mit tiefen Einschnitten, die den harten Stein durchziehen. Hier wird die Wasserkraft erlebbar! Ein weiteres Ziel an diesem Tag war die Broch-Hütte im Roselauital, die bereits im Jahr 1991 eine Woche lang Weinheimer AV-ler für Bergtouren beherbergte.


Geplant war für den Donnerstag das Jungfraujoch auf 3445m. Doch wegen der hohen Kosten (180.-SFr), der vorherigen Anmeldung 2 Tage vor der Fahrt und mit einem Ansturm von bis zu 6000 Touristen rechnend, gaben wir den Plan auf. Dafür ging es bei Sonnenschein und moderater Temperatur ins hintere Lauterbrunnental. Eine Gondel brachte uns zur Station Gimmelwald, wo die Tour begann. Zunächst ging es abwärts ins Sefinental, um auf der anderen Bergseite den Aufstieg von über 600 Höhenmeter zum Tanzbödli zu bewältigen. Über der Baumgrenze stockte uns fast der Atem von dem überwältigenden Anblick der Bergkette des Berner Oberlandes. Viele bekannte und unbekannte Gipfel, beginnend im Osten bei der Jungfrau über Gletscherhorn, Grosshorn, dem Lauterbrunner Breithorn, Tschingelhorn bis hinüber zum Blümlisalphorn. Eine großartige Kulisse die jedes Bergsteigerherz höher schlagen lässt. Am Berggasthaus Untersteinberg war dann eine verdiente Rast, ehe der Abstieg nach Stechelberg begann.

Die Abschlusstour führte zum Öchinensee . Von Kandersteg 1170m kann sowohl die Kabinenbahn als auch ein Wanderweg zum Öchinensee 1578m genommen werden. Da die Berge noch wolkenverhangen waren, wählten wir den Wanderweg um dann bei aufreißenden Wolken am See anzukommen. Eingebettet unter dem Blümlisalphorn, dem Frünten- und Doldenhorn liegt dieser See, der manchen Mutigen zum Schwimmen eingeladen hat. Entlang dem Ufer wanderten wir zur Hütte Unterbergli, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Anblick der Berge genossen.

Mit etwas Wehmut verlassen wir Interlaken um auf dem Heimweg einen Abstecher nach Bern zu machen. In der Innenstadt hielt der Wochenmarkt diverse Angebote bereit. Wohlgefüllte Auslagen der Geschäfte laden zum Shoppen ein. Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Abendessen teilweise mit Partnern in der Weinheimer Hausbrauerei.
Es war eine gelungene sehr gut geführte Woche! Die Gruppe bedankte sich herzlich bei Walter Hebling und geht in freudiger Erwartung auf die nächste Tour auseinander.

Bernd Dietrich



Steile Pfade und heiße Sole auf Ischia vom 05.04. bis 16.04.2016


Alpenverein 12 Tage am Golf von Neapel unterwegs

Neununddreißig Mitglieder und Freunde des Singtreffs machten sich Anfang April in den Süden Italiens auf, in der Nase den Duft von Zitronenblüten und im Ohr das Lied von den Caprifischern…
Die Busfahrt nach Frankfurt zum Flugplatz wurde von strömendem Regen begleitet, so fiel der Abschied umso leichter. In Neapel zeigte sich Italien von seiner nachtgrauen Seite. In später Stunde war das Übersetzen nach Ischia nicht mehr möglich, erst am nächsten Morgen nach kurzer Übernachtung unweit des Vesuvs. Bei schönstem Sonnenschein brachte uns die Fähre von Pozzuoli aus nach Ischia.
In geschichtlicher Zeit siedelten hier zuerst die Griechen und nannten ihre neue Heimat die Affeninsel. Entstanden sein sollte sie einst im Kampf „um Sein oder Nichtsein“ zwischen dem Ungeheuer Typhon und dem Olympier Zeus. Diesem gelang es in letzter Not, seinen Widersacher unter einem gewaltigen Felsbrocken zu begraben. Dieser Brocken ist eben heute die Insel Ischia (nach anderen Quellen der griechischen Göttersagen der Ätna), unter der Typhon immer noch begraben liegt. Seine Tränen treten als Thermalwasser und Dampf zu Tage, die uns heute zu Heilung und Genuss dienen.
Die Wirklichkeit sieht noch etwas ungemütlicher aus: Die Phlegräischen Felder stellen ein ganzes System plutonischer Aktivität dar auf einer Fläche von mehr als 150 Quadratkilometern und nehmen große Teile der Region am Golf von Neapel ein, damit standen wir auf einem der 20 Supervulkane der Erde. Vor nur achtzigtausend Jahren gab es einen gewaltigen Vulkanausbruch, mindestens 20 Kubikkilometer Tuff und Asche flogen damals in die Luft. Die nächste Zeit war von weiteren Ausbrüchen und einem Auf und Ab des Geländes geprägt, die zeitlich letzten Lavaflüsse fanden 1301 statt.


Wir dagegen machten es uns recht bequem in unserem schönen Hotel Le Querce eine Viertelstunde Fußweg entfernt vom Hafen des Hauptortes Ischia, mit Blick auf den Vesuv. Eine zweite Heimat fand so mancher unter uns im Schwimmbecken unserer Herberge mit seiner warmen Sole. Das mitteleuropäische Aprilwetter erreichte uns dann doch noch in Süditalien, somit herrschten gelegentlich frische Winde aus wechselnden Richtungen. Wie in der Vorsaison üblich, waren viele der Thermen mit ihrem ganzen Menü an Wässern in diversen unterschiedlichen Becken und Wärmestufen noch geschlossen und auch die kleinen Ausflugsschiffe in die Umgebung fuhren noch nicht. Für Abhilfe wurde trotzdem gesorgt.


Walter Hebling hatte die Reise wieder einmal gründlich vorbereitet, und daher war ein dichtes und abwechslungsreiches Programm geboten. Geführt wurden wir abwechselnd sehr kenntnisreich und in hervorragender deutscher Sprache von Brigitte, Giovanna und Cecilia.

Brigitte stellte uns gleich zu Anfang die schönsten Plätze rund um die Insel vor, hier hatten es uns besonders das idyllisch am Meer gelegene Sant‘ Angelo und das kleine Städtchen Forio angetan; tags darauf das Castello Aragonese bei Ischia Ponte, in alten und weiß Gott nicht immer heiteren Tagen Zuflucht und Wohnung in größten Nöten. Den bunten Kontrapunkt bildeten die Gärten der Lady Susana Walton mit ihrer subtropischen Blütenpracht, gleichsam eine genussvolle botanische Weltreise. Samstags fanden die Führungen von Brigitte ihren Abschluss mit dem Besuch des Archäologischen Museums, der Kirche Santa Restituta und des Giardino Ravino.


Mit Giovanna dagegen ging es mit insgesamt drei Tagesausflügen hinaus in den italienischen Frühling. Die Wege und Pfade führten uns durch viele Landschaften von Ischia: Wälder, Weinberge und Gärten, immer wieder an herrlichen Panoramen entlang. Einfach zauberhaft die Blumenwelt mit Teppichen von Alpenveilchen, Glöckchenlauch, Traubenhyazinthen, Aronstab und dazwischen immer wieder die verschiedensten Orchideen.
Zunächst erwanderten wir uns zusammen den Krater eines erloschenen Vulkanes (Fondo d' Oglio) mit immer noch dampfenden kleinen Erdschlünden, den Fumarolen. Die nächste Freilufttour ging ganz auf die Höhe des Monte Epomeo, der uns auf dem Weg nach unten noch ein paar mächtige Steinbrocken nachschmiss. Es polterte gewaltig und verfehlte uns knapp. Ein besonderes Vergnügen mit Giovanna war der Gang zu dem Weiler Piano Liguori hoch über der Steilküste inmitten von Gärten und Weinbergen, dort auch die Mittagsrast auf der Terrasse einer bäuerlichen Taverne.
Auch ein Tagesausflug nach Capri durfte nicht fehlen, hier führte uns Cecilia. Seit dem römischen Kaiser Tiberius verkehrt hier die große Welt und die Touristen kommen zahlreich neugierig zum Zuschauen, die Idylle hat dabei das Nachsehen.
Abgerundet wurden unsere schönen Tage mit einem Besuch der Poseidonthermen mit ihrem äußerst reichhaltigen Angebot. Wir alle haben uns mit und in der Gruppe, deren Mitglieder teilweise seit vielen Jahrzehnten miteinander verbunden sind, sehr wohl gefühlt und danken insbesondere Walter Hebling für die Organisation und für seinen nimmermüden Einsatz auch während der Reise.

Arrivederci Ischia!

Hans Schlabing



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