Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V.

Programm und Veranstaltungen des Vereines

Aktuelles

Wird momentan
überarbeitet.

Sie befinden sich in Rubrik Archiv 2007

Annapurna Base Camp

Annapurna mit Batchan
Annapurna mit Batchan
Einfache Wanderung zu einer grandiosen Gletscherarena

Kennt ihr ihn noch – Batchan Rai aus Pokhara, Nepal? Er war 2002 für einige Monate bei uns in der Sektion und viele haben damals Touren gemacht, an denen Batchan beteiligt war.
Herbst 2007: Ich bin in Nepal und habe bis zu meiner nächsten Tour eine gute Woche Zeit – ideal für eine Tour ins Annapurnagebiet. Der Kontakt zu Batchan ist schnell hergestellt und wir werden uns genauso schnell einig über unser Lodgetrekking: Zuerst mit dem Taxi etwas aus Pokhara herausfahren, dann zum Annapurna Base Camp.
Als Batchan mit einem Taxi früh morgens an meinem Hotel ankommt, regnet es schon seit Stunden wie aus Kübeln. Wir starten trotzdem. In Jobang (1000 m) nehmen wir die Rucksäcke auf und machen uns wasserdicht – es schüttet noch immer, aber das kann ja nicht den ganzen Tag so weitergehen! Oder doch? Am Checkpoint in Chandrakot erfahren wir, dass der direkte Weg durch einen Erdrutsch unpassierbar ist; wir müssen den Umweg über Ghorapani nehmen. Also verlassen wir den wild angeschwollenen Modi Khola und folgen den vielen Treppen bergan nach Ulleri (2100 m). Wir haben genug vom Regen und beschließen in einer Lodge zu bleiben und uns am Ofen zu trocknen.

Gipfelpanorama vom Annapurna Basecamp
Gipfelpanorama vom Annapurna Basecamp

Am nächsten Tag hat der Regen aufgehört, nur die Wolken hängen noch tief und versperren uns die Aussicht. Da ich den Poonhill schon kenne, gehen wir in Ghorapani (2874m) weiter, wenden uns nach Osten und erreichen mit vielen Gegenanstiegen Tarapani. Für einen Moment lässt sich Dhaulagiri sehen, aber dann kommen wieder die Wolken.
Ein traumhafter Morgen am dritten Tag: schon aus meiner Kammerluke habe ich das Panorama von Annapurna South und Hinchuli vor mir – strahlend blauer Himmel, Affen turnen in den Bäumen! Der Regen ist vergessen. Da die Täler sehr steil sind, verläuft der Weg weit über dem Talgrund über die Hänge, und das bedeutet immer wieder auf und ab, wenn man einen Fluss oder Bach überqueren will. Chomrong ist am Mittag erreicht, jetzt erhebt sich der Macchapuchhare. Durch die Südlage fällt hier viel Niederschlag, Bergurwald ist die Folge – undurchdringlich, steil und artenreich. Im Frühling muss es herrlich hier sein, wenn die Rhododendren-Bäume blühen. Wir erreichen die Ansiedlung Bamboo (2900m), wo wir übernachten.
Am nächsten Tag führt der Weg dicht am Modi Khola entlang durch den engen Taleinschnitt zwischen Hinchuli und Macchapuchhare. Die ersten Siebentausender Gangapurna und Glacier Dome sind schon am Horizont zu sehen, das Wetter ist auf unserer Seite und hält die Wolken noch im Tal. Wir steigen weiter zum MBC (Macchapuchhare Base Camp) auf 3700 m und schwenken nach Westen. Jetzt am Nachmittag haben die Wolken wieder alle Gipfel eingenommen, schade. Wir erreichen am späten Nachmittag unser Ziel auf 4100 m Höhe. Kurz vor dem Sonnenuntergang lösen sich die Wolken auf und wir blicken begeistert in die Arena aus Sechs- und Siebentausendern und der Annapurna I mit 8091 m. Einfach grandios, so dicht umschlossen von Eisriesen zu stehen: Schneefahnen peitschen über die Grate, die untergehende Sonne malt mit orangenem Pinsel die Spitze des Macchapuchhare an, dann steigt die Nacht auf.

Annapurna South
Annapurna South

Nach bequemer Nacht auf der Pritsche einer der Lodgen stehe ich sehr früh auf. Es ist klirrend kalt, langsam weicht die Nacht der Morgensonne. Und dann erstrahlen die ersten Spitzen im hellen Licht, blenden die Gletscher im Sonnenschein, spiegeln sich die Berge im kleinen Teich neben den Häusern. Ein strahlender, friedlicher Tag erwacht. Ich steige mit Batchan einen Hang hinauf, um noch bessere Rundumsicht zu genießen. Hinchuli hinter mir, dann Annapurna South, Annapurna Fang mit seinen 13 Spitzen, dann die riesige breite Wand der Annapurna I, Glacier Dome und Gangapurna setzen die Kette fort gefolgt im Osten von Annapurna III, dem weißen Zacken der Ghandharba Chuli und am Ende wieder die markante Pyramide des Macchapuchhare. Dies ist wohl die grandioseste Szenerie im Himalaja, die dazu noch ganz einfach erwandert werden kann. Wir genießen den Tag und bleiben noch eine Nacht im ABC, um all die phantastischen Eindrücke in uns aufzusaugen. Dann wandern wir wieder zurück, Chomrong, baden in den heißen Quellen von Chinudanda, halten uns dann nach Osten und gelangen über Dhampus in zweieinhalb Tagen wieder zur Straße nach Pokhara. Eine herrliche Woche geht zu Ende.
Batchan lässt alle herzlich grüßen, die sich noch an ihn erinnern!

07.04.08, Dietrich Hinkeldey

« zurück zur Übersicht «

Allgemeine Hinweise

© 2001-2010 Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V. - HFMKL