Sektion Weinheim im Deutschen Alpenverein e.V.

Programm und Veranstaltungen des Vereines

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2017: Das Rhonetal, eine selten erwanderte Ecke


Das Haus in Veysonnax

Die Stimmung im Kleinbus war entspannt und fröhlich, als die Gruppe um Walter Hebling von Weinheim ins Wallis aufbrach. Gegen 16 Uhr war die 1233 m hoch am Nordhang über Sion gelegene Ortschaft Veysonnaz erreicht. Das angemietete geräumige Chalet war rasch bezogen, und das Traumpanorama auf Sion und das Rhonetal steigerte die eh schon gute Laune und ließ die Vorfreude auf die kommenden Tage anwachsen.
Zum „Einlaufen“ ging es am Sonntagvormittag von einem Taleinschnitt bei Plonchouet entlang eines uralten Suonenweges. Dieser Chemin de Bisse (Weg der Wasserleitung) folgt dem Lauf der Wasserleitung, die dem durch Fön ausgetrockneten Land über viele Kilometer das lebenswichtige Wasser zuführt. In etwa 1400 m Höhe schlängelt sich der Weg am Fuße des M. Monset entlang bis Veysonnaz. Herrliche Ausblicke in das sich immer weiter öffnende Rhonetal boten sich den Wanderern. Nach dem Kaffee stand am Nachmittag die Besichtigung der alten Bischofsstadt Sion/Sitten mit der schönen Altstadt auf dem Programm.





Am Eggishorn

Schon um 8 Uhr begann am Folgetag die Fahrt nach Chamonix. Über Martigny führte der Weg 42 km durch enge Täler und kurvenreiche Pässe. Wir hatten Glück und der Mont Blanc zeigte seine schneebedeckte Spitze, ein tolles Panorama auch auf Aiguille du Midi. Mit der Seilbahn ging es hinauf zur Mittelstation La Flégère. Von dort stiegen wir auf zum Lac Blanc. Erschreckend deutlich wird aus dieser Höhe die Gletscherschmelze in den Tälern unter uns sichtbar. Das Wetter wurde immer unfreundlicher, ein heftiger kalter Wind trieb uns zur Rast in die Hütte auf 2352 m, um nach kurzem Aufenthalt den Abstieg zurück zur Mittelstation anzutreten. Anschließend besuchten wir noch das umtriebige Städtchen Chamonix mit dem Denkmal der Erstbesteiger des Mont Blanc.
Am nächsten Morgen ging es zum 60 km entfernten Lac de Dix, den ein 1964 erbauter Staudamm aufstaut. Wir quälten uns fast 200 m hoch zur Staudammkrone. Dann folgte, mal von wabernden Nebelschwaden umhüllt, mal von beeindruckenden Panoramen belohnt, die Wanderung entlang des Stausees. Nach einer kraftspendenden Rast ging es entlang des Uferweges und durch tropfende Tunnel zurück zum Ausgangspunkt.
Über Brieg ging am Mittwoch die Fahrt bei „gut“ vorhergesagtem Wetter nach Fiesch. Weiter mit der Gondel auf die Fiescher-Alm (2212 m) und mit der Nächsten im Nebel weiter auf 2869 m zur Bergstation Eggishorn. Dort empfingen uns Regen und starker Wind. Dann aber riss der Nebel kurz auf, und wir konnten den Aletsch-Gletscher mit seinem charakteristischen Doppelstreifen inclusive eines Regenbogens bestaunen. Der Abstieg führte über felsige Hänge, später über Almpfade zur Gletscherhütte. Nach kurzer Rast mit Eisenhut-Tee ging‘s hinunter zum Märjelensee und über gletscherpolierten Fels hinab bis zur Platta (2360 m). Wir waren überwältigt von den ungeheuren, im Sterben liegenden Eismassen. Nach dem 1,5 km langen neuen Tunnel folgte der bequeme Abstieg zur Fiescher-Alm.
Am nächsten Morgen war das Wetter umgeschlagen, schwere Regenwolken und Hochnebel hingen über dem Tal von Sion. Ab 10.30 Uhr begann unsere Wanderung zur Thyon-Spitze. Auf halber Höhe setzte der vorhergesagte Dauerregen ein. Wir beendeten den Aufstieg und wanderten auf einem Höhenweg Richtung Les Collons und von dort entlang dem Suonenweg Chemin de Vex zurück zum Chalet.

Am Lac Blanc-Chamonix

Swiss Meteo hatte für Freitag Superwetter vorhergesagt, und das traf auch zu. Mit dem Kleinbus ging es über Sierre auf schwindelerregend engen Straßen hoch in das Val d'Anniversaire bis zum Skiort Grimenz (1555 m) und weiter auf einer noch schmaleren Straße hinauf zum Stausee Lac de Moiry (2249 m). Wir begaben uns auf die Umrundung des Sees, da der Höhenweg durch Schnee und Eisbildung zu gefährlich erschien. Türkisfarbener See und traumhafte Panoramen belohnten uns, schneebedeckte über 3000 m hohe Gipfel glitzerten in der Sonne. Am kleinen Gletschersee Lac de Glacier zu Füßen des Glacier de Moiry und des Couronne de Bréona (3159 m) rasteten wir und wärmten uns in der Mittagssonne. Zurück an der Staumauer fuhren wir dann noch in das nur 6 km entfernte Zinal im Nachbartal. Das war ein super Wandertag als Abschluss der Woche im Wallis. Eine tolle Bergwanderwoche kombiniert mit einer Gourmet-Tour, Herz, was willst du mehr!
Nach dem Beladen des Busses begann die Heimreise, diesmal über die Autoverladung nach Kandersteg. Walter hat uns wieder eine wunderbare Tour geboten. Er war unermüdlich im Einsatz, uns zu den verschiedenen Wanderzielen zu fahren, dafür unser ganz herzliches Dankeschön!

22.03.18, Dr. Klaus Zöllig

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