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Auf Hochtour im Wallis

Zwei 4000er zeigten sich von ihrer besten Seite

Zwei interessante Gipfel standen auf dem Wunschzettel von Gabi Feistl, Dirk Ecknig, Uwe Visel und mir, Klaus Wohnsiedler, der die Sektionstour ausgeschrieben hatte: Das Weissmies (4017 m) und das Lagginhorn (4010 m), hoch über dem Saaser Tal in den Walliser Bergen.

Nach problemloser Anreise über Basel, Bern und weiter per Autoverladung durch den Lötschbergtunnel, erreichten wir nach ca. 6 Stunden Fahrt Saas Grund.

Natürlich ausschließlich aus taktischen Gründen nutzten wir für den Aufstieg die Seilbahn, die praktischerweise direkt an der Unterkunft endet. Die „Hohsaas“ (3098 m) Hütte zu nennen, wäre nicht ganz treffend, da sie sich zuerst mal als Berg-Schnellrestaurant zu erkennen gibt. O-Ton Uwe: „Übernachten wir bei Mc Donalds ?“. Auf den zweiten Blick stellte sich die Hohsaas jedoch als durchaus angenehme Unterkunft heraus, mit gemütlichen Lagern und Zimmern und sehr freundlichem Personal. Außerdem spart man sich für die anvisierten Gipfel noch gut eine Stunde Gehzeit gegenüber der – zugegeben – heimeligeren Weissmieshütte.

Nach Beziehen der Lager wurde noch am Nachmittag das Gelände rund um die „Hütte“ sondiert. Die Route und der Zustieg für den nächsten Tag wurden schon mal in Augenschein genommen und gleichzeitig etwas zur Akklimatisation beigetragen.

Die Bedingungen für die geplante Tour waren bestens, zudem war ideales Bergwetter vorhergesagt. Gleich nach dem Frühstück um 5.00 Uhr ging es im ersten Dämmerlicht in Richtung Weissmies. Schon nach ca. 25 Minuten wurde der Triftgletscher erreicht. Hier hieß es Steigeisen anlegen und die Truppe in das Seil einzubinden. Auf den Rändern mächtiger Spalten wurde der Gletscher gequert. Vorbei an dem mächtigen Gletscherbruch musste nun eine 40 Grad steile Wandstufe überwunden werden. Weiter ging es abwechslungsreich, mal steiler, mal flacher in Richtung Gipfel. Dieser wehrte sich noch einmal mit einem steilen Aufschwung, den wir aber sicher meisterten. Mit strahlenden Gesichtern genossen wir dann nach den Gipfel-Pflicht-Fotos die grandiose Aussicht: Im Norden zum Aletsch- und Lagginhorn, unserem nächsten Ziel, im Süden das Monte Rosa-Massiv mit dem höchsten Gipfel der Schweizer Berge und im Westen die markanten Gipfel des Allalin, Täschhorn, Dom u.v.m. Nach kurzer Gipfelrast erfolgte der Abstieg auf dem gleichen Weg.

Das für den folgenden Tag angekündigte Zwischentief nutzten wir, um es etwas ruhiger anzugehen. Morgens stand etwas Training mit den Steigeisen im Eis und eine kleine Einführung in das Eisklettern auf dem Programm, was sich für die Tour zum Lagginhorn noch als hilfreich herausstellen sollte. Am Nachmittag wurde der ca. 400 m tiefer liegenden, urigen Weissmieshütte ein Besuch abgestattet. Und am Abend genossen wir den herrlichen Sonnenuntergang.

Das Tief hatte sich längst wieder verabschiedet und war wieder idealem Bergwetter gewichen. Der Besteigung des zweiten 4000ers stand also nichts im Wege. „Das Lagginhorn erreicht die magischen 4000 zwar nur knapp, aber mit Eleganz. Der Gipfel ragt klein und luftig über erregende Tiefen.“, schreibt Richard Goedecke in seinem Tourenführer. Der Gegensatz zur Weissmies-Route ist groß. War der Weg zur Weissmies von Eis und Firn dominiert, erforderte die Route zum Lagginhorn über weite Strecken Kletterei im Fels des vom Gipfel herabziehenden Westgrates. Trotzdem waren im Gipfelbereich wieder Steigeisen und Pickel gefordert, um die steilen Firnfelder begehen zu können. Am höchsten Punkt selbst fiel der Genuss der sich auch hier bietenden fantastischen Aussicht etwas kürzer aus, da der Wind um den freistehenden Gipfel fast sturmstärke erreichte. Den Blick beherrschte hier das nahe und schon vertraute Weissmies.

Nach dem Abstieg vom Lagginhorn verkürzten wir uns den Weg ins Tal knieschonend - also natürlich wieder nur aus rein taktischen Gründen - mit Hilfe der Seilbahn. Zufrieden und etwas müde begaben wir uns auf den Heimweg und ließen eine gelungene Tour nochmals Revue passieren.

Klaus Wohnsiedler

Bilder der Tour im Photoalbum
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