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1001 Nacht….. oder so ähnlich

Auf dem Gipfel des Jbel Toubkal (4167 m), mit Blick Richtung Süden, Sahara
Auf dem Gipfel des Jbel Toubkal (4167 m), mit Blick Richtung Süden, Sahara

Es waren „nur“ fünf Nächte, aber ich denke, es waren für uns alle fünf eine schöne Zeit. Wir fünf sind Michael Drisch, Valentin Erasmus, Steffen Herzog, Karl Rothenbusch und Doris Beyler. Wir fünf trafen uns also und flogen einfach mal so nach Marokko, um den höchsten Berg Nordafrikas zu erwandern. Er heißt Jbel Toubkal, ist 4167 m hoch und liegt im Hohen Atlas.

Gipfelfoto mit Doris
Gipfelfoto mit Doris

Donnerstag 6:30 Abflug in Frankfurt Hahn, d. h. frühes Aufstehen, denn bis dorthin ist es schon ein Stück. Am Flughafen gab es erstmal Probleme mit unseren Tickets. Die Wanderstöcke durften nun doch nicht mit ins Handgepäck, sondern mussten als Gepäck aufgegeben werden. Falls jemand mit Rucksack fliegen möchte, bitte merken! In Marrakesch angekommen, suchten wir mit guten Überredungskünsten von Karl und Valentin ein Taxi. Zum Glück sprechen die beiden fast perfekt französisch, was enorm von Vorteil ist! Mit dem Taxi ging es dann in Richtung Atlas nach Imlil (1740 m), dort suchten wir uns eine Bleibe für die eine Nacht.
Am nächsten Morgen frühstückten wir auf dem Dach. Dann packten wir unsere Sachen und zogen los, ohne Rucksack auf dem Rücken! Wir entschieden, die Einwohner doch etwas zu unterstützen und ein Muli zu engagieren. Irgendwie Betrug, aber wir verraten es nicht weiter ?. Der Weg ins Gebirge war heiß, relativ lang und sehr schön, mit einer wunderbar erfrischenden Überraschung! Vorerst jedoch führte uns der Weg über das Bergdorf Around, das Kloster Sidi Chamarouch ins Mizane Tal zur Neltner Hütte. Kurz bevor wir ins letzte Tal bogen, steht nach einer Kurve eine kleine Hütte am Wegrand. Dort stand tatsächlich jemand und verkaufte frisch ausgepressten Orangensaft. Das war einfach der Renner schlecht hin. Ein paar Kurven weiter sah man, in einem lang gestreckten Tal die Hütte, in 3207 m Höhe. Dort bezogen wir unsere Schlafplätze und gingen dann noch etwas in die Höhe. Es war einfach nur schön. Tiefe Risse fast wie Schluchten, mit eiskaltem Wasser und teilweise eisbedeckt. Die Felsen schimmerten schwarz/blau, kleine Ebenen, Bergbäche, die den Weg kreuzten,…..
Der dritte Tag begann nicht allzu früh. Das Wetter sah gut aus. Nach dem Frühstück wurden drei Rucksäcke geschultert und los ging es. Eigentlich ging alles, vor allem am Anfang, recht schnell und unspektakulär. Zwei, drei kleine Schneefelder und immer nach oben. Und dann die magische Zahl: 4000 Höhenmeter! Oben angekommen immer noch Sonne und leider ein trüber Horizont. Also keine klare Sicht auf die Wüste. Nach einer genussvollen Pause ging es an den Abstieg. Michael, Valentin und Steffen hatten sich vorgenommen, über ein Geröllfeld abzufahren. Sie gingen ein anderes Tal hinunter, vorbei an dem Wrack eines ca. 20 Jahren abgestürzten Flugzeugs. Unten an der Hütte trafen wir uns dann alle wieder, genossen die Abendsonne und unseren letzter Abend im Atlas.
Am vierten Tag ging es nach dem Frühstück an den Abstieg. Eigentlich gemütlich, aber irgendwie funktioniert das nie, und viel zu schnell ist man unten. Wir gönnten uns noch einen frisch gepressten O’saft an besagter Stelle und einen letzten Blick zurück. In Imlil angekommen, bekamen wir in unserer Herberge noch einen leckeren Tee zum Erholen, bevor es dann per Taxi nach Marrakesch ging. Die Fahrt war für alle strapaziöser als der Aufstieg am Vortag. In einem alten Mercedes saßen wir zu zweit auf dem Beifahrersitz und zu dritt mit einem Rucksack auf dem Rücksitz. Dafür wurden wir aber bis in die Innenstadt, ganz in der Nähe unseres Riad gebracht, direkt am Rande der Souks. Dort angekommen, bezogen wir unsere Zimmer, machten uns etwas frisch und erholten uns auf der Dachterrasse. Ohne Worte…Gegen Abend zogen wir los in Richtung Souks und schauten uns alles erstmal an. Am Place Jemaa el-Fna (Marktplatz) aßen wir an einem Stand. Dort konnte man sich alles anschauen und aussuchen. Es wurde frisch zubereitet und serviert. Lecker. Es war schon von Vorteil, dass sich Karl recht gut auskannte und uns viel zeigte und erklärte! Vielen Dank noch mal!

Die vier Jungs an der Orangensaftbude
Die vier Jungs an der Orangensaftbude

Zum Ausklang des Tages saßen wir noch lange mit einem guten Tropfen auf der Dachterrasse…
Am fünften Tag zogen wir wieder nach dem Frühstück los, diesmal allerdings auf kultureller Ebene. Über den Place Jemaa el-Fna zur Moschee Quessabine; zum Königspalast Palais de la Bahia, in den wir leider nicht hineinkamen. Dann die Sadischen Königsgräber, welche recht beeindruckend waren. Zurück zu Place Jemaa el-Fna und mit der Droschke weiter nach Ménara. Das ist ein 88 ha großer Olivenhain mit einem riesigen Wasserbecken, an dessen Südseite ein Pavillon mit Pyramidendach steht. Von dort blickt man bis zum Hohen Atlas. Allerdings kann man sich den Weg sparen. Mit der Droschke fuhren wir, etwas enttäuscht, zum jardin Majorelle. Dieser Garten wurde von Yves Saint-Laurent restauriert und bewirtschaftet. Dort wurde kurz nach seinem Tod im Februar 08 ein Denkmal errichtet. Sehenswert dieser Garten! Zu Fuß ging es wieder in Richtung Medina, der Stadtteil, in dem wir wohnten. In den Souks und den Märkten wurden noch die letzten Besorgungen gemacht. Auf dem Dach eines Cafés, mit Blick über den Markt und Marrakesch, beobachteten wir unseren letzten Sonnenuntergang in diesem Land. Nach dem Essen trafen wir uns alle (auch nach dem Fußballspiel der Deutschen) auf dem Dach.
Am sechsten und letzten Tag hieß es früh aufstehen, zum Taxi, zum Flughafen, und dann warten, warten, warten…. Unser Flug hatte Verspätung. Ansonsten war der Rückflug klasse. Über Paris riss die Wolkendecke auf und wir konnten unter anderem den Eiffelturm erblicken. Für Insider, ich sah auch bei Fontainebleau das Hippodrom! Und schon landeten wir und waren wieder wohlauf zu Hause.

18.02.09, Doris Beyler

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