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Eine runde Woche in Flachau

Sektions-Tourenwoche vom 26. Juli – 2. August 2008

Ein Reisebus und 13 PKW mit Rhein-Neckar-Kennzeichen standen vor dem Jugendsporthotel Hanneshof in Flachau. Drinnen schliefen und erholten sich 86 Teilnehmer der Sektion Weinheim und ihre Gäste von den Anstrengungen der vielen täglichen Unternehmungen. Und was gab es da alles an interessanten Angeboten!
Anne-Bärbel Engelhart und ihr Team hatten das vorbildlich organisiert. Die Aufgabe war nicht in erster Linie Bergtouren zu planen, wie man es vom Alpenverein erwartet, sondern hier ging es primär um das Zusammenführen von verschiedenen Generationen bergbegeisterter Interessenten, und zwar in der Altersspanne zwischen 5 und 78 Jahren.

Insofern ein Novum in unserer Sektion. Kein leichter Job für die Organisatoren!
Am „schwarzen Brett“ in der Eingangshalle waren die täglichen Angebote mit Kurzbeschreibung zu lesen, und Gelegenheit gegeben, sich einzutragen. Da gab es Aushänge für Kletterer, Klettersteiggeher, Höhenwanderer, Talwegspaziergänger, Badeseebenutzer, Umgebungserforscher, Mountainbiker. Im Vordergrund stand das Bestaunen und Genießen der Natur. Salzburg wurde einmal von 13 Personen zum Sightseeing und einmal von zehn zum abendlichen Theaterbesuch angefahren. St. Johann i. P., Wagrain und Werfen wurden als Orte besichtigt.

Aber nun etwas genauer:
Nach der Ankunft aller Teilnehmer, Verteilung auf die Zimmer und Einnahme des Abendessens stellte Anne-Bärbel das Haus vor. Wir hatten Vollpension, wobei das Mittagessen stets aus Lunchpaketen mit Trinkportion, Schokoriegel oder ähnlichem, und vom Frühstücksbuffet selbst geschmierten Brötchen – Anzahl nach erwartetem Hunger – und Obst bestand. Das Abendessen war dafür dreigängig mit Suppe und warmem Hauptgericht in ausreichender Menge (gute Hausmannskost, häufig mit Wienerschnitzel). Trinken gab es tagsüber auch umsonst.

Es hatte in der Zeit vor unserer Woche viel geregnet. Wir blieben davon – trotz häufiger dunkler und drohender Wolken - fast immer verschont. Am Sonntag brachte ein plötzlich einsetzender Platzregen sogar dreien unserer besonders jungen Damen eine unerwartete Freude: sie konnten auf dem Rückweg vom Badesee barfuss durch die frisch entstandenen Pfützen spritzen. Wir brauchten zum Glück den Gemeinschaftsraum im Untergeschoß nie zu benutzen.

Umso mehr kamen die Außenanlagen des Hauses zur Geltung. Hier gab es eine Tennishalle, eine Turnhalle, einen kleinen Fußball-Kickerplatz, eine 6er-Trampolin-Anlage und einen Volleyplatz. Die drei letzten Stationen waren bei unserer Jugend sehr gefragt und besucht. Und das nach den zum Teil recht anspruchsvollen Tagesunternehmungen. Die Schulpflichtigen übten oft bis zum Dunkelwerden Volleyball. Die verkündete Hüttenruhe um 22 Uhr wurde meist – wenn auch nicht immer – von unseren Jugendlichen eingehalten. Junioren eines anderen Vereins auf dem Hanneshof waren da unbekümmerter.
Zum Thema Disziplin gehört auch die Pünktlichkeit bei Busfahrten. Wir waren wohl vorbildlich, wie Anne-Bärbel uns bescheinigte. Unser Busfahrer Johann hatte einen Ruhetag, war aber sonst täglich, oft mehrmals, im Dienst, um uns an ausgewählte Orte und zurück zu bringen. Es war nicht seine erste Reise mit uns, und wir haben nur beste Erfahrungen mit ihm. Die diversen eigenen Autos halfen sehr, die vielfältigen Vorschläge parallel zu realisieren. Die Biker sind Peter Zschippig dankbar, der die Mitnahme eigener Räder ermöglicht hatte. So konnte auch der Enns-Radweg gut erkundet werden.

Mit Walter Hebling konnte man nicht nur abends am Lagerfeuer zur Gitarre singen, sondern auch anspruchsvolle Bergtouren und Klettersteigbegehungen unternehmen. Er hatte täglich ein Programm anzubieten, das gern angenommen wurde. Dazu gehörte auch der Dachstein-Klettersteig „Johann“, zu dessen Vorbereitung und Fitnesstest der Hias-Klettersteig vorgeschaltet war. Auch leitete er Bergtouren durch die Radstädter Tauern. Er und Klaus Schäfer waren die ersten Weinheimer auf dem neu eröffneten Siega-Klettersteig oberhalb der Silberkarhütte.

Werner Meyer, der die Familiengruppe betreute, wartete ebenfalls mit einem reichhaltigen Angebot auf. Schon am ersten Tag wanderte er 3 Stunden zur Sattelbaueralm, führte am letzten Tag und über einen „Kinderklettersteig“, organisierte Fahrt, Eintritt und Durchwanderung der Liechtensteinklamm und den Rückmarsch nach St. Johann i. P., half zwei Kindern beim Abseilen über die Nordwand am Dachstein, ging mit der Gruppe in Werfen in die Eisriesenhöhle und auf der Burg Werfen in die Greifvogelschau, um nur einige seiner Aktivitäten aufzuzählen.

Aber auch Anne-Bärbel erwies sich als routinierte Bergführerin. Eine ihrer Hochtouren führte über den Hohen Dachstein, den Gosaugletscher und über den Hallstädter Gletscher zur Bergstation. Mit Unterstützung von Astrid Kunisch wurde anderntags die Taghaube und über schwierigem Klettersteig die Grandlspitze mit acht Teilnehmerinnen erstiegen.
Agnès Parisot zeichnete sich außer durch intensive tägliche Planungs- und Organisationsarbeiten auch durch Klettersteigführungen aus: sie war mit drei Teilnehmern am Königsjodler und mit sechs am Gjaidstein. Ferner führte sie auch über den Hias-Klettersteig bei der Silberkarklamm.

Die Jugendleiter Felix Wald, Dietmar Pörsel und Julian Klotz waren mit der Jugendgruppe ebenfalls recht aktiv, teils auf eigenen Wegen, teils mit anderen zusammen. Besonders gefallen hat ihnen die Silberkarklamm und der Klettersteig. Natürlich auch die Höhlendurchquerung der Eiswelten bei Werfen und die Kletterhalle dort, ebenso wie das Klettern am Dachstein und in Salzburg.

Alle Exkursionen, die wir erlebt und Naturschönheiten, die wir gesehen haben, kann man nicht aufführen. Es waren einfach zu viele. Aber wir wollen sie in Erinnerung behalten. Das Anliegen von Anne-Bärbel, möglich viele Gemeinsamkeiten herauszufinden und altersunabhängige Bekanntschaften zu knüpfen, dürfte voll erreicht worden sein. Nicht zuletzt trugen auch ihre Kontakt- und Motivationsfähigkeiten für Kinder dazu bei.
Für alles das wurde ihr am Abschiedsabend von Christine Kränkel, Ludwig Krauth und Günter Gérard mit Worten und von allen anderen mit großem Beifall herzlich gedankt.

19.08.08, Uwe Hennings

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